Wasserstoff: der Energieträger der Zukunft

Für das Ziel ei­ner voll­stän­di­gen De­kar­bo­ni­sie­rung des In­dus­trie­stand­orts Deutsch­land bis zum Jahr 2045 wer­den mach­ba­re Lö­sun­gen be­nö­tigt, die re­la­tiv kurz­fris­tig um­setz­bar sind und sich auf ei­nen gro­ßen Maß­stab ska­lie­ren las­sen. Ei­ne die­ser Lö­sun­gen heißt Was­ser­stoff. Das kleins­te Ele­ment des che­mi­schen Pe­ri­o­den­sys­tems kann Gro­ßes leis­ten auf dem Weg zur Kli­ma­neu­tra­li­tät. Was­ser­stoff ist ele­men­tar und für ein re­si­lien­tes Ener­gie­sys­tem un­ver­zicht­bar.

Wasserstoff: Unverzichtbar für die Energiewende 

Sauber, speicherbar, verfügbar

Mit der Na­ti­o­na­len Was­ser­stoff­stra­te­gie hat die Bun­des­re­gie­rung 2020 ein mil­li­ar­den­schwe­res Pro­gramm für die Was­ser­stoff-Tech­no­lo­gie er­las­sen und setzt auf den Ener­gie­trä­ger, um die Kli­ma­zie­le zu er­rei­chen. Zu Recht, denn Was­ser­stoff kann ei­nen wich­ti­gen Bei­trag zur Ener­gie­wen­de leis­ten.

Was­ser­stoff ist ein ide­a­ler Ener­gie­trä­ger und kann das Spei­cher­pro­blem er­neu­er­ba­rer Ener­gien lö­sen: Das kom­pri­mier­te Gas lässt sich zu­ver­läs­sig spei­chern und leicht trans­por­tie­ren. Die­ses Gas steht zu al­len Ta­ges- und Jah­res­zei­ten zur Ver­fü­gung und ist in gro­ßen Men­gen vor­han­den. Da Was­ser­stoff nicht was­ser­ge­fähr­dend ist, kann er auch in Trink­was­ser­schutz­ge­bie­ten zum Ein­satz kom­men. Durch den Ein­satz von Was­ser­stoff ent­ste­hen kei­ne di­rek­ten lo­ka­len CO2-Emis­si­o­nen, son­dern nur Was­ser­dampf. Wir kön­nen mit ihm hei­zen, Strom er­zeu­gen und Au­to fah­ren. Durch die­se viel­fäl­ti­gen An­wen­dungs­mög­lich­kei­ten trägt Was­ser­stoff zu ei­ner kli­ma­neu­tra­len Ener­gie­ver­sor­gung bei und kann ei­ne wich­ti­ge Rol­le in un­se­rem künf­ti­gen Ener­gie­sys­tem ein­neh­men.

Potenzial von Wasserstoff

Das neue Gas Was­ser­stoff ist in al­len Ver­brauchs­sek­to­ren ein­setz­bar und bie­tet vie­le Po­ten­zi­a­le:

  • Pro­du­ziert aus Wind- und Son­nen­strom macht Was­ser­stoff re­ge­ne­ra­ti­ve Ener­gien lang­fris­tig spei­cher­bar und löst da­mit ein Kern­pro­blem der Ener­gie­wen­de.
  • Ein­ge­setzt in Gas-Kraft­wer­ken kann Was­ser­stoff Dun­kel­flau­ten aus­glei­chen, das Strom­netz stüt­zen und den Aus­bau der re­ge­ne­ra­ti­ven Ener­gien vo­ran­trei­ben. Als zwei­te Säu­le stärkt Was­ser­stoff so die Re­si­lienz des ge­sam­ten Ener­gie­sys­tems.
  • In Rein­form oder in Form von De­ri­va­ten lie­fert Was­ser­stoff wich­ti­ge Grund­stof­fe für die In­dus­trie, schafft Mög­lich­kei­ten zum Ener­gie­trä­ger­wech­sel in vie­len Pro­duk­ti­ons­pro­zes­sen und schafft als Ener­gie­lö­sung ne­ben Strom zu­sätz­li­che Si­cher­heit.
  • Als E-Fuel oder An­triebs­ener­gie für Brenn­stoff­zel­len ist Was­ser­stoff ei­ne kli­ma­neu­tra­le An­triebs­al­ter­na­ti­ve für Schwer­last­ver­kehr, Schif­fe oder Flug­zeu­ge.
  • Als Heiz­ener­gie bie­tet Was­ser­stoff ei­ne CO2-neu­tra­le Op­ti­on für ei­ne Viel­zahl be­ste­hen­der Im­mo­bi­lien, in de­nen sich Wär­me­pum­pen nur tech­nisch schwie­rig und öko­no­misch un­vor­teil­haft ein­set­zen las­sen.

Trans­por­tie­ren lässt sich Was­ser­stoff über die be­reits vor­han­de­ne Gas-In­fra­struk­tur. Ak­tu­ell ar­bei­ten die Netz­be­trei­ber als Teil der deut­schen Gas- und Was­ser­stoff­wirt­schaft da­ran, das Gas­netz H2-ready zu ma­chen. Zu­sätz­lich sind kom­plett neue Was­ser­stoff­lei­tun­gen – vor al­lem im Fern­lei­tungs­netz – in Pla­nung. Auch die Spei­cher wer­den auf die neue Auf­ga­be der Was­ser­stoff­spei­che­rung an­ge­passt. Die In­ves­ti­ti­o­nen sind hier­bei weit­aus ge­rin­ger als beim Bau neu­er Strom­tras­sen. Denn ein gro­ßer Teil des Gas-Net­zes ist be­reits was­ser­stoff­fä­hig. Da­rü­ber hi­naus bie­tet Was­ser­stoff die Mög­lich­keit, re­ge­ne­ra­ti­ve Ener­gien aus al­ler Welt zu im­por­tie­ren und un­ab­hän­gig vom Er­zeu­gungs­ort in al­len Re­gi­o­nen Deutsch­lands nutz­bar zu ma­chen.

Langfristiger Energiespeicher

Die wet­ter­ab­hän­gi­ge Ver­füg­bar­keit er­neu­er­ba­rer Ener­gien ist ei­ne der zen­tra­len He­raus­for­de­run­gen, vor der das kli­ma­neu­tra­le Ener­gie­sys­tem der Zu­kunft steht. Die Strom­er­zeu­gung aus Son­nen- oder Wind­kraft un­ter­liegt Schwan­kun­gen, sie rich­ten sich nicht nach der Nach­fra­ge. Un­ser Strom­sys­tem ist aber da­rauf aus­ge­legt, dass das Strom­an­ge­bot nie ge­rin­ger als die Strom­nach­fra­ge ist, sonst kann die Strom­ver­sor­gung teil­wei­se zu­sam­men bre­chen. Da au­ßer­dem auch Strom ver­braucht wird, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht, brau­chen wir Strom­spei­cher.

Künf­tig kön­nen Zei­ten, in de­nen mehr Strom aus Wind- und Son­nen­ener­gie pro­du­ziert als ver­braucht wird, ge­nutzt wer­den, um aus über­schüs­si­gem Öko­strom grü­nen Was­ser­stoff her­zu­stel­len. Die­ser kann ver­lust­frei ge­la­gert wer­den und bleibt so lang­fris­tig nutz­bar. Die be­ste­hen­de Gas-In­fra­struk­tur ist da­für ide­al: Mit ih­rem 530.000 km lan­gen Lei­tungs­netz und ih­ren Spei­chern kann gas­för­mi­ge Ener­gie für rund 3 Mo­na­te des Jah­res­ver­brauchs von Deutsch­land ein­ge­spei­chert wer­den.

Erzeugung von Wasserstoff 

Die na­tür­li­chen Vor­kom­men von rei­nem Was­ser­stoff auf der Er­de sind zu ver­nach­läs­si­gen. Er kommt fast nur in ge­bun­de­ner Form vor. Die be­kann­tes­te Ver­bin­dung ist Was­ser. Was­ser­stoff kann auf un­ter­schied­li­chen We­gen her­ge­stellt wer­den. Aus­gangs­stof­fe sind Roh­stof­fe wie Was­ser, Erd­gas oder Bio­mas­se und Ener­gie, die zu­ge­führt wird. Ak­tu­ell wird Was­ser­stoff in der Re­gel aus Erd­gas her­ge­stellt. Da­bei ent­steht CO2, das in die At­mo­sphä­re ge­langt, wenn es nicht vor­her auf­ge­fan­gen und ge­spei­chert wird. Es gibt in­zwi­schen meh­re­re We­ge, den gas­för­mi­gen Ener­gie­trä­ger na­he­zu kli­ma­neu­tral her­zu­stellen. Je nach Er­zeu­gungs­art trägt Was­ser­stoff un­ter­schied­li­che Na­men: blau­er, tür­ki­ser oder grü­ner Was­ser­stoff.

Was ist Wasserstoff?

Was­ser­stoff (H2) ist ein ge­ruch­lo­ses und un­gif­ti­ges Gas. Es ist das ers­te und leich­tes­te Ele­ment im Pe­ri­o­den­sys­tem der Ele­men­te und das häu­figs­te Ele­ment in un­se­rem Uni­ver­sum. In rei­ner Form kommt Was­ser­stoff auf der Er­de je­doch kaum vor, son­dern ist che­misch ge­bun­den, zum Bei­spiel in Was­ser, Bio­mas­se oder Me­than. So­mit muss Was­ser­stoff er­zeugt wer­den und ist wie Strom kei­ne Pri­mär-, son­dern ei­ne Se­kun­där­ener­gie.

Was­ser­stoff ist ein sehr gu­ter Ener­gie­spei­cher: Mit 33,33 kWh/kg hat der Ener­gie­trä­ger auf die Mas­se be­zo­gen die höchs­te Ener­gie­dich­te von al­len Brenn­stof­fen. Ein Ki­lo­gramm Was­ser­stoff ent­hält et­wa so viel Ener­gie wie drei Li­ter Ben­zin.

Was­ser­stoff ist et­wa 14-mal leich­ter als Luft. Das farb­lo­se Gas be­sitzt vie­le vor­teil­haf­te Ei­gen­schaf­ten: Es ist we­der gif­tig noch ät­zend oder was­ser­ge­fähr­dend. Das Gas ent­zün­det sich nicht selbst und ver­brennt rück­stands­frei. Das Gas ist be­reits heu­te Aus­gangs­stoff für zahl­rei­che in­dus­tri­el­le An­wen­dun­gen.

Wasserstoff als Basis: So vielfältig können Derivate eingesetzt werden

Was­ser­stoff fun­giert nicht nur als Ener­gie­trä­ger, son­dern auch als Aus­gangs­stoff für che­mi­sche Pro­duk­ti­ons­stof­fe oder kli­ma­neu­tra­le Kraft­stof­fe. Die wichtigsten Derivate auf Wasserstoffbasis: 

Am­mo­ni­ak

Am­mo­ni­ak (NH3) ist ein Syn­the­se­gas aus den Ele­men­ten Stick­stoff und Was­ser­stoff im Ver­hält­nis 1:3, das mit­tels des so­ge­nann­ten Ha­ber-Bosch-Ver­fah­rens her­ge­stellt wird. Es hat ei­ne um 70 Pro­zent hö­he­re Ener­gie­dich­te als rei­ner Was­ser­stoff und kann schon bei mi­nus 33 Grad Cel­si­us ver­flüs­sigt wer­den. Das macht Am­mo­ni­ak zu ei­nem ide­a­len Trans­port-Me­di­um für Was­ser­stoff. Zu­gleich ist Am­mo­ni­ak Grund­stoff für Pro­duk­te der che­mi­schen und phar­ma­zeu­ti­schen In­dus­trie. Als Ba­sis für Kunst­dün­ger sorgt er für hö­he­re Er­trä­ge in der Land­wirt­schaft, wird aber auch für Arz­nei­mit­tel oder in Rei­ni­gungs­mit­teln ver­wen­det.

Me­than

Eben­so wie sich Me­than (CH4) in sei­ne Be­stand­tei­le Was­ser­stoff und Koh­len­di­o­xid auf­spal­ten lässt, kann Me­than durch die Me­tha­ni­sie­rung von Was­ser­stoff syn­the­tisch her­ge­stellt wer­den. In die­ser Form lässt sich der Was­ser­stoff dann in die be­ste­hen­de Ver­sor­gungs­in­fra­struk­tur ein­spei­sen oder he­run­ter­ge­kühlt und ver­flüs­sigt per LNG-Tan­ker trans­por­tie­ren.

Bei der Me­tha­ni­sie­rung re­a­giert Koh­len­stoff­mo­no­xid oder Koh­len­stoff­di­o­xid bei Tem­pe­ra­tu­ren von 300 bis 700 Grad Cel­si­us mit Was­ser­stoff zu Me­than und Was­ser. Für die­sen Pro­zess lässt sich Koh­len­di­o­xid nut­zen, das aus in­dus­tri­el­len Punkt­quel­len, et­wa der Ze­ment- und Dün­ge­mit­tel­in­dus­trie, ab­ge­schie­den wird.

Me­tha­nol

Me­thyl­al­ko­hol, kurz Me­tha­nol, wird aus Was­ser­stoff und Koh­len­stoff­di­o­xid her­ge­stellt. Das flüs­si­ge Me­tha­nol lässt sich ein­fach la­gern und trans­por­tie­ren. In der In­dus­trie wird Me­tha­nol als Lö­sungs­mit­tel für Farb­stof­fe, La­cke, Har­ze und an­or­ga­ni­sche Sal­ze ge­nutzt.

Au­ßer­dem kommt der Al­ko­hol in che­mi­schen La­bo­ren und bei der Her­stel­lung von Me­di­ka­men­ten und Pflan­zen­schutz­mit­teln zum Ein­satz. Er kann zu­dem in spe­zi­el­len Brenn­stoff­zel­len als Kraft­stoff für Fahr­zeu­ge ein­ge­setzt wer­den.

E-Fuels

Durch die Power-to-Liquid-Tech­no­lo­gie las­sen sich Kraft­stof­fe wie Ben­zin, Die­sel und Ke­ro­sin mit­tels er­neu­er­ba­rer Ener­gie, Was­ser­stoff und Koh­len­stoff­di­o­xid syn­the­tisch er­zeu­gen. Sie wer­den E-Fuels be­zie­hungs­wei­se E-Ke­ro­sin ge­nannt.

Bei der Her­stel­lung wird CO2 aus der Um­ge­bungs­luft oder aus in­dus­tri­el­len Ab­gas­strö­men ab­sor­biert und mit­hil­fe des Fi­scher-Tropsch-Ver­fah­rens mit Was­ser­stoff syn­the­ti­siert. E-Fuels bie­ten ei­ne Al­ter­na­ti­ve zu fos­si­len Kraft­stof­fen.

Beim Ein­satz von Was­ser­stoff ent­ste­hen kei­ne di­rek­ten, lo­ka­len CO2-Emis­si­o­nen, son­dern nur Was­ser­dampf. Zu­dem kann die be­reits vor­han­de­ne Gas-In­fra­struk­tur ge­nutzt wer­den, um den Was­ser­stoff zu trans­por­tie­ren und zu spei­chern. Da­durch kann die Ener­gie­wen­de vor al­lem auch so­zi­al­ver­träg­lich ge­stal­tet wer­den, da we­ni­ger In­ves­ti­ti­o­nen in neue In­fra­struk­tur not­wen­dig sind.

Um die Erd­er­wär­mung auf un­ter 1,5 °C zu be­gren­zen, ver­folgt Deutsch­land zu­sam­men mit den Staa­ten der Eu­ro­pä­i­schen Union das Ziel der Kli­ma­neu­tra­li­tät bis 2050. Auf na­ti­o­na­ler Ebe­ne soll das Ziel be­reits fünf Jah­re vor­her, al­so 2045, er­reicht sein. Deutsch­land braucht Al­ter­na­ti­ven zu fos­si­len Ener­gie­trä­gern und ei­nen Spei­cher für über­schüs­si­gen Strom aus er­neu­er­ba­ren Ener­gie­quel­len. Was­ser­stoff bie­tet da­für Lö­sun­gen und kann auf­grund sei­ner viel­fäl­ti­gen Ein­satz­mög­lich­kei­ten ei­ne Schlüs­sel­rol­le ein­neh­men.

Was­ser­stoff als Ener­gie­trä­ger wur­de be­reits An­fang des 20. Jahr­hun­derts ent­deckt und ver­wen­det. In der che­mi­schen In­dus­trie ist er ein un­ver­zicht­ba­rer Ener­gie­trä­ger und wird dort un­ter an­de­rem zur Am­mo­ni­ak­pro­duk­ti­on für Dün­ge­mit­tel ein­ge­setzt. Und auch in Brenn­stoff­zel­len-Hei­zun­gen wird Was­ser­stoff zur Er­zeu­gung von Wär­me, Warm­was­ser und Strom ver­wen­det. Ers­te Fahr­zeu­ge wie Bus­se und Pkw, die Was­ser­stoff als An­triebs­ener­gie nut­zen, gibt es eben­falls. Und der ener­gie­wirt­schaft­li­che Stel­len­wert nimmt wei­ter zu. Län­der wie Ja­pan oder Süd­ko­rea ha­ben zum Bei­spiel Erd­gas in der Wär­me­er­zeu­gung in gro­ßen Men­gen durch Was­ser­stoff er­setzt.

Für den Was­ser­stoff­hoch­lauf wer­den al­le Tech­no­lo­gien zur Her­stel­lung von CO2-ar­men Was­ser­stoff be­nö­tigt. Lang­fris­tig ist grü­ner Was­ser­stoff zu be­vor­zu­gen. Da­für ist ein in­ten­si­ver Aus­bau der er­neu­er­ba­ren Ener­gien nö­tig.

Durch Elek­tro­ly­se kann Was­ser­stoff aus Son­nen- und Wind­ener­gie ge­won­nen wer­den. Die Men­ge grü­nen Was­ser­stoffs wird al­lein aber nicht aus­rei­chen. Damit der Ener­gie­trä­ger schon bald groß­flä­chig eingesetzt werden kann, ist ei­ne größt­mög­li­che Viel­falt in der Was­ser­stoff­er­zeu­gung not­wen­dig, um z. B. den CO2-Aus­stoß der In­dus­trie so schnell wie mög­lich zu re­du­zie­ren. Um den Hoch­lauf der Was­ser­stoff­wirt­schaft zu be­schleu­ni­gen, müs­sen auch an­de­re CO2-ar­me Her­stel­lungs­pro­zes­se von Was­ser­stoff ge­nutzt wer­den. Da­zu ge­hört ne­ben der Elek­tro­ly­se die Dampf­re­for­mie­rung von Erd­gas, bei der das ent­ste­hen­de CO2 an­schlie­ßend un­ter­ir­disch ge­spei­chert wer­den kann. Oder die Py­ro­ly­se, bei der Erd­gas in Was­ser­stoff und fes­ten Koh­len­stoff zer­legt wird.

Aber ganz oh­ne Im­port wer­den wir den Be­darf an CO2-ar­men Was­ser­stoff nicht de­cken kön­nen. Das sieht auch die Bun­des­re­gie­rung so und hat ih­re Na­ti­o­na­le Was­ser­stoff­stra­te­gie da­hin­ge­hend aus­ge­rich­tet. Wir brau­chen vor al­lem in der EU ver­läss­li­che Part­ner für die Ge­win­nung und den Trans­port von Was­ser­stoff so­wie Ko­ope­ra­ti­o­nen und Im­port­struk­tu­ren. Das bie­tet auch die Chan­ce zum Aus­bau des EU-wei­ten Ener­gie-Bin­nen­mark­tes und zur Ko­ope­ra­ti­on mit son­nen- und wind­rei­chen Ent­wick­lungs­län­dern, die ein gro­ßes Po­ten­zi­al im Be­reich er­neu­er­ba­rer Ener­gien ha­ben. Von ih­nen könn­te Deutsch­land den wert­vol­len grü­nen Was­ser­stoff im­por­tie­ren, um die ei­ge­ne Pro­duk­ti­on auf­zu­sto­cken. Auch da­für wird sich die Gas-In­fra­struk­tur wan­deln müs­sen.

21 Mil­li­o­nen Haus­hal­te in Deutsch­land hei­zen mit Gas. Da die vor­han­de­ne Gas-In­fra­struk­tur so­wie die Gas-Heiz­ge­rä­te zum gro­ßen Teil be­reits H2-ready sind, bie­tet der Ener­gie­trä­ger auch im Ge­bäu­de­sek­tor die Mög­lich­keit ei­ner ra­schen, aber vor al­lem auch be­zahl­ba­ren De­kar­bo­ni­sie­rung. So­fern bei der Her­stel­lung von Was­ser­stoff al­le We­ge ge­nutzt wer­den, kann ein schnel­ler Markt­hoch­lauf des Ener­gie­trä­gers ge­währt wer­den. Da­durch wird Was­ser­stoff in aus­rei­chen­den Men­gen, zu wett­be­werbs­fä­hi­gen Prei­sen und für al­le Sek­to­ren zur Ver­fü­gung ste­hen.

Mitt­ler­wei­le gibt es so­wohl auf Lan­des- und Bun­des­ebe­ne als auch auf eu­ro­pä­i­scher Ebe­ne ei­ne Viel­zahl an För­der­pro­gram­men für die Re­a­li­sie­rung von Was­ser­stoff­pro­jek­ten und -re­gi­o­nen. Nord­rhein-West­falen för­dert bei­spiels­wei­se drei Re­gi­o­nen im Rah­men des För­der­pro­gramms "Mo­dell­kom­mu­ne/-re­gi­on Was­ser­stoff­mo­bi­li­tät NRW". Und im Rah­men von "HyLand" und "Real­la­bo­re der Ener­gie­wen­de" wer­den deutsch­land­weit Re­gi­o­nen und Pro­jek­te ge­för­dert. Die Bun­des­re­gie­rung hat 2021 zu­dem 62 deut­sche Groß­vor­ha­ben aus­ge­wählt, die im Rah­men der eu­ro­pä­i­schen För­der­mög­lich­keit "Important Projects of Common European Interest (IPCEI)" bei der Ent­wick­lung und Re­a­li­sie­rung von Was­ser­stoff­pro­jek­ten un­ter­stützt wer­den.

Branchennews 16. Juli 2024

Offizieller Startschuss für die Umsetzung von 23 IPCEI-Wasserstoff-Projekten in Deutschland

Zur Meldung

Mit klaren und schnellen Entscheidungen in die klimaneutrale Zukunft

Deutsch­land hat bes­te Vo­raus­set­zun­gen, das Po­ten­zi­al des Ener­gie­trä­gers Was­ser­stoff um­fas­send zu he­ben. Das Gas­-Netz als vor­han­de­ne In­fra­struk­tur ist dank des vo­raus­schau­en­den En­ga­ge­ments der Un­ter­neh­men der Gas- und Was­ser­stoff­wirt­schaft auf ei­nem mo­der­nen Stand. Dies schafft ei­nen Vor­sprung zu an­de­ren Län­dern, die den Hoch­lauf der Was­ser­stoff­wirt­schaft eben­falls an­stre­ben.

Die wich­ti­gen Wei­chen­stel­lun­gen, um die Chan­cen der Was­ser­stoff­-Wirt­schaft zu nut­zen, müs­sen jetzt vor­ge­nom­men wer­den. Die He­raus­for­de­rung er­gibt sich aus der Gleich­zei­tig­keit von Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­sen in der In­dus­trie, dem Aus­bau der Er­zeu­gungs­ka­pa­zi­tä­ten, dem Schlie­ßen von glo­ba­len Part­ner­schaf­ten, der Ent­wick­lung neu­er Tech­ni­ken und der Ge­stal­tung neu­er Markt­re­geln. Die Po­li­tik ist ge­for­dert, mit schnel­len Ent­schei­dun­gen den Er­folg des Markt­hoch­laufs von Was­ser­stoff mög­lich zu ma­chen.

  • Wie der Aus­bau der re­ge­ne­ra­ti­ven Ener­gien müs­sen Was­ser­stoff-Pro­jek­te Vor­rang bei Pla­nungs­ver­fah­ren und bei der Um­set­zung ha­ben.
  • Die pa­ral­le­le, un­ab­ge­stimm­te Netz­pla­nung muss in ei­ne in­te­grier­te In­fra­struk­tur­pla­nung über­ge­hen, die al­le re­le­van­ten Net­ze be­rück­sich­tigt. Da­zu ist ein ver­stärk­ter Dia­log zwi­schen Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und Po­li­tik not­wen­dig.
  • Un­ter­neh­men und In­ves­to­ren be­nö­ti­gen Pla­nungs­si­cher­heit, um die not­wen­di­gen Trans­for­ma­ti­ons­schrit­te zu fi­nan­zie­ren und da­mit den Ab­satz­markt für grü­nen Was­ser­stoff zu schaf­fen. Es muss kla­re ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen und ver­läss­li­che Vor­ga­ben über fi­xe Zeit­räu­me ge­ben.
  • Die Schaf­fung der Rah­men­be­din­gun­gen ver­langt sinn­voll auf­ei­nan­der auf­bau­en­de Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren und Ver­ord­nun­gen, die im Dia­log ent­ste­hen und den Hoch­lauf an­rei­zen.
  • Ganz kon­kret stellt sich ak­tu­ell die Not­wen­dig­keit ei­nes Auf­bau­pro­gramms für die ers­ten 10 GW an Elek­tro­ly­se­ka­pa­zi­tät so­wie die Zu­las­sung der CCS-Tech­no­lo­gie, um die hei­mi­sche Pro­duk­ti­on von grü­nem Was­ser­stoff vo­ran­zu­trei­ben und Of­fen­heit ge­gen­über CO2-ar­mem Was­ser­stoff für die Über­gangs­zeit ei­ner voll­stän­di­gen Trans­for­ma­ti­on der Was­ser­stoff­-Pro­duk­ti­on zu schaf­fen.

Erd­gas hat die Ver­gan­gen­heit der Gas­-Wirt­schaft ge­prägt, Was­ser­stoff, Am­mo­ni­ak und Bio­me­than prä­gen die Ge­gen­wart und er­öff­nen die Zu­kunft. Die Gas­-Wirt­schaft wird zur Was­ser­stoff­-Wirt­schaft.

Expertenthema

Mit Wasserstoff erneuerbare Energien speichern und transportieren

Wasserstoff wird der Energieträger der Zukunft. In Wasserstoff können wir die Sonnen- und Windenergie vom Sommer für den Winter speichern, vom Tag für die Nacht. Mit Wasserstoff können wir unendlich viel nachhaltige Energie aus der ganzen Welt importieren und uns unabhängig machen von einzelnen Ländern und Technologien. In unserer Broschüre finden Sie die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstoff und was dafür nötig ist.

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