Entwicklung des Gaspreises

Der Gaspreis war lange Zeit an den Ölpreis gebunden. Diese Preisbindung wurde 2010 aufgegeben, seitdem entwickelt sich der Gaspreis eigenständig. Er bildet sich vor allem durch den intensiven Wettbewerb unter den Gasversorgern, der seit der Liberalisierung des Gasmarktes 2007 im Gang ist.

Warum steigt der Gas-Preis?

In der Ver­gan­gen­heit konn­ten sich Ver­brau­cherin­nen und Ver­brau­cher auf einen sta­bil güns­ti­gen Gas-Preis ver­las­sen. Ak­tu­ell steigt der Gas-Preis je­doch wei­ter an, die Ur­sa­chen da­für sind man­nig­fal­tig.

Ein Grund für den stei­gen­den Gas-Preis liegt im ver­gan­ge­nen Jahr 2021, als an den Welt­märk­ten be­reits ein Preis­an­stieg zu ver­zei­chnen war. Aus­ge­löst wur­de er durch die Wirt­schafts­ak­ti­vi­tä­ten in Asien, die durch die Ent­span­nung der Co­ro­na-Si­tu­a­tion dort deut­lich schnel­ler an­zo­gen als in Deutsch­land. Gleich­zei­tig sorg­ten ge­rin­ge Er­trä­ge aus Wind­ener­gie in vie­len Tei­len der Welt zu einer hö­he­ren Nach­fra­ge nach an­de­ren Ener­gie­trä­gern. Das ver­füg­ba­re An­ge­bot von Gas konn­te mit die­ser Nach­fra­ge­ent­wick­lung nicht mit­hal­ten.

Zu­nächst sind die Prei­se an der Bör­se kräf­tig an­ge­stie­gen. Ei­ni­ge Ver­sor­ger ha­ben ihre Ein­kaufs­stra­te­gie zu Groß­tei­len auf den in der Ver­gan­ge­nheit häu­fig güns­ti­gen Spot­markt ge­setzt. Durch die dras­tisch ge­stie­ge­nen Ein­kaufs­prei­se ha­ben vie­le von ihnen aus wirt­schaft­lichen Grün­den die Ener­gie-Be­lie­fe­rung ein­ge­stellt. Be­trof­fene Kun­den wer­den nun durch bei­spiels­wei­se den Grund­ver­sor­ger wei­ter mit Gas ver­sorgt. Die­ser muss auf­grund der Men­ge an Kun­den kurz­fris­tig gro­ße Gas-Men­gen im Ener­gie­han­del zu­kau­fen – zu einem Zeit­punkt mit ex­trem ho­hen Ener­gie­prei­sen an der Bör­se.

Die­ser teu­re Ein­kauf zu­sätz­licher Gas-Men­gen kann auch eta­blierte Player am Markt in wirt­schaft­liche Schwie­rig­kei­ten brin­gen. Die dras­tisch ge­stie­ge­nen Ein­kaufs­prei­se für Ener­gie müs­sen nun auch ver­zö­gert an die Pri­vat­haus­hal­te wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Für die nächste Zeit sind wei­ter­hin stark schwan­ken­de Prei­se zu er­war­ten. Das hängt zum einen von der Wit­te­rung ab, zum an­de­ren von der wei­te­ren Ent­wick­lung der geo­po­li­tischen La­ge.

Ge­ra­de für ein­kom­mens­schwache Haus­hal­te sind die stei­gen­den Gas- und auch Strom­prei­se eine ex­tre­me Be­las­tung. Um die Mehr­be­las­tung zu re­du­zie­ren, bringt die Bun­des­re­gie­rung ge­ra­de einen Zu­schuss zu den Heiz­kos­ten auf den Weg. Haus­hal­te, die Wohn­geld be­ziehen, so­wie Stu­die­ren­de und Aus­zu­bil­den­de sol­len im Som­mer 2022 einen ein­ma­li­gen Heiz­kos­ten­zu­schuss er­hal­ten.

Erdgaspreis

Der Erdgaspreis war über Jahre stabil und liegt immer noch deutlich unter dem Strompreis.

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Die Kosten für das eigentliche Produkt als solches (inkl. der Kosten für Einkauf, Vertrieb und Gewinnmarge) machen weniger als 50 Prozent des GasPreises aus. Der Preis, den die Verbraucher für ihr Erdgas zahlen, setzt sich überwiegend aus Netzentgelten und Steuern zusammen. Das bedeutet auch, dass die Gas-Versorger bei der Preisgestaltung eingeschränkt sind, denn Steuern und Netzentgelte sind im jeweiligen Netzgebiet für jeden Anbieter gleich.

Der durchschnittliche Gas-Preis für Haushaltskunden setzt sich ähnlich wie der Strompreis aus verschiedenen Bestandteilen zusammen:

  • Kosten für Beschaffung, Vertrieb und Gewinnmarge machten 2021 etwa 45 Prozent aus (wobei der Einkauf des Erdgases ein signifikanter Bestandteil des gesamten Kostenblocks ist).
  • Die gesetzlich regulierten Netzentgelte inkl. Messung, Abrechnung und Messstellenbetrieb wiesen in 2021 einen von etwa 25 Prozent am Gas-Preis auf.
  • Die staatlich festgelegten Steuern und Abgaben wie z.B. die Erdgas- und Mehrwertsteuer sowie die Konzessionsabgabe und die neu hinzugekommene CO2-Steuer betrugen über 30 Prozent.

Der Gas-Zähler erfasst den Verbrauch in Kubimeter (m3), auf der Jahresrechnung wird der Gas-Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) ausgegeben. Mit dem Gas-Umrechner lässt sich der Verbrauch unkompliziert selbst berechnen.

Zusammensetzung Gas-Preis

Basierend auf dem durchschnittlichen Gas-Preis 2021 für Haushaltskunden von 6,68 ct./kWh

Quelle: Monitoringbericht 2021 von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt

Regionale Preisunterschiede bei Gas

Dass Erdgas regionale Preisunterschiede aufweist, liegt vor allem an den verschiedenen Netzentgelten: Sie werden erhoben für den Transport des Gases im Leitungsnetz, für den Betrieb von Messstellen wie zum Beispiel Gaszähler und für die Abrechnung des Gaspreises. Die Netzentgelte werden für das jeweilige Netzgebiet von der Bundesnetzagentur (BNetzA) festgelegt. Die BNetzA berücksichtigt dabei unter anderem die Siedlungsdichte, die topografische Beschaffenheit des Netzgebietes und den allgemeinen Zustand des Gasnetzes und damit die Frage, wie viel in seinen Erhalt investiert werden muss, um eine zuverlässige Versorgung zu garantieren.

In strukturschwachen und weniger dicht besiedelten Regionen sind die Netzentgelte häufig höher, da die Kosten auf weniger Haushalte umgelegt werden müssen. Die BNetzA prüft und kontrolliert die Netzentgelte regelmäßig, damit die Kunden ein angemessenes Entgelt zahlen und damit außerdem alle Gasversorger einen fairen Zugang zum jeweiligen Markt erhalten. Die Gasversorger selbst haben keinen Einfluss auf die Höhe der Netzentgelte.

Der Energieträger Erdgas: Vorteile und Nachteile

Vorteile von Erdgas

  • Zukunftsfähig: steigende Anteile von grünem Gas durch Biogas, synthetisches Gas oder Wasserstoff
  • Umweltschonend: niedrigster CO2-Ausstoß unter allen fossilen Energieträgern sowie keinen nennenswerten Ausstoß von Ruß oder Feinstaub
  • Hoher Komfort: Der Brennstoff muss nicht gelagert werden
  • Große Auswahl an effizienten Heiztechnologien, die zudem mit erneuerbaren Energien kombiniert werden können
  • Großzügige staatliche Förderung für Gas-Heiztechnologien in Kombination mit erneuerbaren Energien wie Solar oder Umweltwärme
  • Bequeme Zahlung: Fast alle Versorger bieten Abschlagszahlungen, der Brennstoff muss nicht vorfinanziert werden
  • Freie Versorgerwahl: Hoher Wettbewerb im liberalisierten Erdgasmarkt

Nachteile von Erdgas

 

 

 

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