Synthetisches Gas

Problemlöser der Energiewende

Das Energiesystem der Zukunft ist auf erneuerbaren Energien aufgebaut. Regenerativ erzeugter Strom hat allerdings ein Defizit: Er kann bisher nicht in den benötigten Mengen und nicht über längere Zeit gespeichert werden. Das ist ein Problem, weil die Sonne nicht immer scheint und der Wind nicht immer weht. An windstillen Wintertagen mit starker Bewölkung wird also nicht genug erneuerbare Energie erzeugt, um Deutschland zuverlässig mit Strom und Wärme zu versorgen.

Klimaneutral leben und bestehende Infrastrukturen nutzen

Synthetisches Gas löst dieses Problem zu einem großen Teil: Mit der Power-to-Gas-Technologie kann Strom in Zeiten des Überschusses in erneuerbares Gas umgewandelt werden. Das geschieht mit der Elektrolyse: Dabei wird mithilfe des grünen Stroms Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt. Durch die anschließenden Methanisierung entsteht synthetischem Gas.

Klimaneutrale Energie wird also in Moleküle umgewandelt. Diese Moleküle lassen sich über große Entfernungen transportieren und außerdem in beträchtlichen Mengen speichern – in einer Infrastruktur, die es bereits gibt und die dafür nicht mit großem Aufwand um- oder ausgebaut werden muss.

Synthetisches Gas als Stromspeicher auch an nebligen Wintertagen

Das synthetische Gas kann dann entweder zur Wärmeerzeugung genutzt werden und stellt auch an kalten, nebligen Wintertagen die Wärmeversorgung der Menschen und der Unternehmen sicher. Oder die Moleküle nehmen den Weg zurück: Das synthetische Gas wird mit der Rückverstromung zum Beispiel in Gas-Kraftwerken wieder in Strom zurückverwandelt.

Dabei entstehen unweigerlich Umwandlungsverluste: Ein Teil der Energie wird dafür benötigt, aus Strom erst Gas und dann ggf. wieder Gas zu Strom zu machen. Derzeit müssen bei Überschusssituationen im Stromnetz aber Windräder zeitweise stillgelegt oder Solarparks vom Netz genommen werden, weil der Strom nicht verbraucht werden kann und somit das Stromnetz überlastet würde. Allein 2019 fiel ein ungenutzter Überschuss von mehr als 6.000 Gigawattstunden Ökostrom an. Wäre es nicht deutlich sinnvoller, diesen Strom für eine nicht nur klimaneutrale, sondern auch witterungsunabhängige und damit zuverlässige Energieversorgung zu nutzen?

In Deutschland sind mehrere Forschungs- und Versuchsprojekte mit der Power-to-Gas-Technologie sehr erfolgreich verlaufen. Gasförmige Energie mit anschließender Methanisierung kann viel einfacher und über einen deutlich längeren Zeitraum als Strom gespeichert werden. Durch SNG werden die Sektoren Wärme und Strom sinnvoll gekoppelt und die Versorgungssicherheit erhöht.

Synthetisches Gas hilft die Klimaziele zu erreichen

Für Endverbraucher ändert sich mit synthetischem Gas nichts

Power-to-Gas ist eine der technologischen Stützen für die Energiewende, denn sie ist eine zentrale Kopplungstechnologie zwischen Strom- und Gas-Infrastruktur. Lokale Anwendungsprojekte sind bereits heute am Netz. Das entstehende synthetische Gas – abgekürzt: SNG – kann genauso verwendet werden wie konventionelles Gas oder Biogas, zur Erzeugung von Wärme und Strom oder als Energieträger für große Kraftwerke. Für Endverbraucher, die bereits auf effiziente Gas-Technologien im Eigenheim setzen, ändert sich mit synthetischem Gas nichts: Ihre Heizung kann SNG genauso zur Wärmeversorgung nutzen wie klassisches Erdgas.

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