LNG-Terminals in Deutschland

Die Plä­ne für den Bau von deut­schen Flüs­sig­­erd­gas-Ter­mi­nals kon­kre­ti­sie­ren sich. Ein ers­ter Ramm­schlag für den Bau des ers­ten LNG-Ter­mi­nals in Wil­helms­haven ist im Mai 2022 er­folgt. LNG bie­tet kurz­fris­tig gro­ße Chan­cen, denn es kann welt­weit trans­por­tiert wer­den und er­mög­licht so den Han­del mit in­ter­na­ti­o­na­len Part­nern, die über Pipe­lines kein Gas nach Deutsch­land trans­por­tie­ren kön­nen. Durch den Auf­bau ei­ner ei­ge­nen LNG-In­fra­struk­tur er­höht Deutsch­land sei­ne Be­zugs­quel­len und si­chert das ho­he Ni­veau der Ver­sor­gung mit Gas.

Webinar LNG-Terminals in Deutschland ­

Wichtige Infrastruktur für Versorgungssicherheit und Klimaschutz

Mit dem russischen An­griffs­krieg ge­gen die Ukraine ist das The­ma Ver­sor­gungs­sicher­heit in den Mit­tel­punkt ge­rückt. Eu­ro­pa und Deutsch­land müs­sen ihre Erd­gas-Lie­fer­quel­len stär­ker di­ver­si­fi­zie­ren, Deutsch­land seine Ener­gie-Au­ßen­po­li­tik stär­ken. Da­zu geh­ört der Auf­bau der nö­ti­gen Im­port-In­fra­struk­tu­ren und ins­be­son­dere der Bau deutscher LNG-Ter­mi­nals, die zu­künf­tig auch das Tor zum Welt­markt für grü­ne Ener­gie­trä­ger wer­den kön­nen.

FAQ: LNG-Terminal in Deutschland

Auch in Deutschland sollen LNG-Terminals gebaut werden. Gut zu wissen: Alle wichtigen Fragen und Antworten zu LNG-Terminals in Deutschland haben wir für Sie aufbereitet.

Ein LNG-Ter­mi­nal ist der lo­gis­tische Kno­ten­punkt für Ent­la­dung von LNG-Tan­kern, für die Re­ga­si­fi­zie­rung und Ein­spei­sung in das Gas-Netz oder die ver­flüs­sig­te Ein­la­ge­rung in Tanks so­wie für den Wei­ter­trans­port von flüs­si­gem Erd­gas in Kes­sel­wa­gen und Bun­ker­schif­fen. Bisher gibt es in Deutschland kein Terminal für verflüssigtes Erdgas – LNG wird aktuell z. B. mit Tankwagen aus anderen europäischen LNG-Häfen nach Deutschland gebracht.

In einer LNG-An­lage wird flüs­si­ges Erd­gas in doppelwandigen, vollisolierten Vakuumbehältern ge­spei­chert. Für die Regasifizierung und den anschließenden Transport über die bestehende Gas-Infrastruktur sind atmosphärische Verdampfer sowie eine Odorierungsanlage weitere Bestandteile der Anlage. Bei LNG-Tankstellen kommen weitere Komponenten wie Pumpen hinzu.

LNG-Tan­ker trans­por­tieren in ku­gel­för­mi­gen Tanks ver­flüs­sig­tes Erd­gas und sind eine fle­xi­ble Al­ter­na­ti­ve zum Pipe­line-Trans­port. Ak­tu­ell wer­den LNG-Tan­ker mit einem Tank­vo­lu­men von rund 250.000 m3 flüssigem Erdgas ge­plant. Weit über 300 Tanker transportieren LNG bereits über die Weltmeere, seit 2005 hat sich ihre Anzahl verdoppelt.

Es existieren hohen Sicherheitsstandards an den Terminal-Standorten. LNG ist eine nicht entflammbare und ungiftige Flüssigkeit, die aufgrund des tiefkalten Zustandes nicht verbrennen kann. Das flüssige Erdgas wird in speziellen Tanks gelagert, diese sind vollständig isoliert und mit einer Sicherheitshülle versehen. Falls dennoch LNG austreten sollte, verdampft es sofort. LNG mischt sich nicht mit Wasser und wird nicht vom Boden absorbiert.

Der­zeit gibt es in Groß­bri­tan­nien, im Nord­wes­ten Euro­pas so­wie an den Küs­ten im Mit­tel­meer LNG-Ter­mi­nals. Deutschlands Nachbarländer Niederlande, Belgien, Frankreich und Polen verfügen ebenfalls über Importterminals. Viele Flüssigerdgas-Terminals befinden sich zudem in Planung oder bereits im Bau.

Um die Energieversorgung weiter zu sichern, muss Deutschland alternative Importmöglichkeiten für Gas entwickeln. Durch eigene LNG-Terminals ist eine flexiblere Versorgung mit Erdgas und später mit Wasserstoff möglich.

Mit den angekündigten zwei Importterminals für flüssiges Erdgas könnten nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz bis zu 20 Prozent des jährlichen Gas-Verbrauchs in Deutschland gedeckt werden.

Um die Im­port­quel­len wei­ter zu di­ver­si­fi­zie­ren, sol­len in Deutsch­land schnellst­mög­lich LNG-Ter­mi­nals er­rich­tet wer­den. Mit dem LNG-Be­schleu­ni­gungs­ge­setz sol­len die bis­her lang­jäh­ri­gen Ge­neh­mi­gungs­pro­zes­se auf die Min­dest­an­for­de­run­gen der Eu­ro­pä­i­schen Union he­run­ter­ge­setzt wer­den.

Die Gas-Wirt­schaft be­grüßt den ak­tu­el­len Ent­wurf des LNG-Be­schleu­ni­gungs­ge­set­zes. Da­mit sen­det die Bun­des­re­gie­rung wich­ti­ge Sig­na­le für die in­ter­na­ti­o­na­len Gas­märk­te. Der Ge­set­zes­ent­wurf sieht nicht nur sta­ti­o­nä­re LNG-Ter­mi­nals, son­dern auch schwim­men­de FSRU (Floating Storage and Regasification Unit) und An­bin­dungs­pipe­lines vor, um das Gas mit dem deut­schen Gas­netz zu ver­knüp­fen.

Al­ter­na­ti­ven zu Pipe­line­gas kön­nen nach­hal­tig nur über den glo­ba­len LNG-Markt und LNG-Trans­por­te nach Deutsch­land und Eu­ro­pa ent­wi­ckelt wer­den.

Dr. Timm Kehler, Vorstand Zukunft Gas
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Bedeutung von LNG: Weniger Emissionen, mehr Flexibilität

Um die Be­zugs­quel­len über den rei­nen Pipe­line-Im­port zu er­wei­tern, be­darf es neuer We­ge und die fin­den sich über den An­schluss an den in­ter­na­ti­o­na­len LNG-Markt. So kann auch Gas aus an­de­ren Re­gi­o­nen im­por­tiert wer­den, die bis­her nicht per Pipe­line an den deut­schen Markt an­ge­bun­den sind. In 2019 im­por­tier­te Eu­ro­pa 108 bcm (Billion cubic metres of natural gas) LNG, da­von ka­men 23,7 bcm aus Katar, 14,1 bcm aus Al­ge­rien und 12,2 Pro­zent aus Ni­ge­ria. Aus den USA be­zog Eu­ro­pa le­dig­lich 2,6 bcm LNG.

Ak­tu­ell ver­fügt Eu­ro­pa über LNG-Im­port-Ter­mi­nals (Re­ga­si­fi­zie­rungs­an­la­gen) mit ei­ner Ka­pa­zi­tät von 241 Mil­li­ar­den Ku­bik­me­ter, wo­mit et­wa 40 Pro­zent des eu­ro­pä­i­schen Erd­gas-Be­darfs ge­deckt wer­den könn­ten. Die Ka­pa­zi­tä­ten wur­den in der Ver­gan­gen­heit je­doch nicht aus­ge­schöpft. In 2021 wur­den et­wa 17 Prozent des Erd­gas­be­darfs über LNG ge­deckt. Die Aus­las­tung der Im­port­ter­mi­nals be­weg­te sich in ei­nem Be­reich von 30 bis 70 Pro­zent und lag im Jah­res­durch­schnitt (2021) bei et­wa 35 Prozent. Be­reits 41 LNG-Ter­mi­nals gibt es in Eu­ro­pa, wei­te­re be­fin­den sich ak­tu­ell in Bau und Pla­nung. Die Zei­chen für den flä­chen­de­cken­den Ein­satz von emis­si­ons­ar­mem LNG ste­hen gut und Eu­ro­pa ver­fügt so schon heu­te über ei­ne gut aus­ge­bau­te In­fra­struk­tur.

Expertenthema

Bau von LNG-Terminals in Deutschland

Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz hat En­de Fe­bru­ar 2022 deut­lich die Rol­le ei­ge­ner Im­port­ka­pa­zi­tä­ten für Flüs­sig­erd­gas be­tont und sich für den Bau deut­scher Ter­mi­nals aus­ge­spro­chen. Deut­schland pro­fi­tierte bis da­to vom eu­ro­pä­i­schen Bin­nen­markt, ob­wohl be­reits Plä­ne für den Bau von LNG-An­la­gen in Bruns­büttel, Stade und Wil­helms­haven seit Jah­ren exis­tieren. De­ren Um­set­zung schei­ter­te in er­ster Li­nie am feh­len­den po­li­ti­schen Wil­len neue Gas-In­fra­struk­tur zu bauen. Mit dem LNG-Be­schleu­ni­gungs­ge­setz zeigt die Bun­des­re­gie­rung, dass sie an ei­ner schnel­len Ge­neh­mi­gungs­pha­se für LNG-Ter­mi­nals in­te­res­siert ist und den Bau an­reizt.

Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Robert Habeck hat an­ge­kün­digt, staat­lich fi­nan­ziel­le Un­ter­stüt­zun­gen für den Bau der LNG-Ter­mi­nals zu prü­fen. So be­tei­ligt sich bspw. die Bun­des­re­gie­rung über die KfW mit ei­nem An­teil von 50 % am ge­plan­ten LNG-Ter­mi­nal in Bruns­büttel. Per­spek­ti­visch sol­len die ge­plan­ten Im­port­terminals auch zum Auf­bau ei­ner In­fra­struk­tur für Was­ser­stoff bei­tra­gen. Die Mög­lich­keit zu­sätz­lich CO2-arme Ener­gie­trä­ger – so­wohl in Rein­form als auch in Form ei­nes Was­ser­stoff­de­ri­vats wie bei­spiels­wei­se Am­mo­ni­ak – zu im­por­tieren, un­ter­stützt das Ziel der Kli­ma­neu­tra­li­tät.

Bis zu 12 Mrd. m3 wür­de die jähr­liche Ka­pa­zi­tät eines Ter­mi­nals be­tra­gen. Um die Ener­gie­ver­sor­gung Deutsch­lands wei­ter zu si­chern, wird der Bau von zwei An­la­gen für die Re­ga­si­fi­zie­rung von tief­ge­kühl­tem Erd­gas nicht aus­rei­chen. Min­des­tens drei LNG-Ter­mi­nals in Deutsch­land sind not­wen­dig, um un­ab­hän­gi­ger zu wer­den. In Wil­helms­haven könn­te ein schwim­men­des LNG-Ter­mi­nal (FSRU) be­reits im Win­ter 2022/­2023 in Be­trieb ge­nom­men wer­den.

Vorhandene und geplante Importterminals für LNG in Europa

Anfang Mai 2022 wa­ren be­reits 41 Flüs­sig­erd­gas-Ter­mi­nals in Eu­ro­pa vor­han­den. Wei­te­re 32 LNG-Ter­mi­nals be­fan­den sich in Pla­nung. Auch wenn Deutsch­land ak­tu­ell über die be­ste­hen­de LNG-In­fra­struk­tur der Nach­bar­staaten Frank­reich, den Nie­der­lan­den, Bel­gien und Po­len ver­sorgt wer­den kann, rei­chen die An­lan­de­ka­pa­zi­tä­ten bei ei­ner anhaltend ho­hen Nach­fra­ge nicht aus, um Deutsch­land mit­zu­ver­sor­gen. Mit ei­ge­nen Ter­mi­nals ist für Deutsch­land ei­ne fle­xi­ble­re Ener­gie­ver­sor­gung mög­lich.

Die interaktive Karte von Global Energy Monitor zeigt die bestehenden, geplanten sowie die im Bau befindlichen LNG-Terminals für ganz Europa.

Planung und Bau eines LNG-Terminals in Deutschland

LNG-Importterminal in Stade

Stade ist nicht nur auf­grund seiner Nä­he zum Ham­bur­ger Ha­fen der per­fek­te Stand­ort für einen Bunkering-Service, er ist tech­nisch auch fer­tig ent­wickelt. Für den Auf­bau des Ter­mi­nals di­rekt an der Elbe sind In­ves­ti­tionen von 800 Mil­li­o­nen Euro durch Dow Chemicals ge­plant, auf deren Ge­län­de die An­la­ge er­rich­tet wer­den soll. Wei­te­re 150 bis 200 Mil­li­o­nen Euro für öf­fent­liche Ha­fen­an­la­gen kom­men hin­zu.

Bis zu 13 Mrd. m3 Gas könn­ten nach der Re­ga­si­fi­zie­rung in das Gas-Netz ein­ge­speist wer­den. Das Im­port­ter­mi­nal könn­te ab Ende 2026 bei einer Voll­aus­las­tung rund zehn Pro­zent des deut­schen Gas­be­darfs decken.

Projektmerkmale Stade im Überblick

Am 28. März 2022 er­teil­te die Han­se­stadt Stade ihr vor­zei­ti­ges kom­mu­na­les Ein­ver­neh­men für das ge­plan­te LNG-Ter­mi­nal im Orts­teil Bützfleth. Im April 2022 hat die Be­trei­ber­ge­sell­schaft Hanseatic Energy Hub die An­trags­un­ter­la­gen für den Bau des Ter­mi­nals ein­ge­reicht. Als ers­tes der deut­schen LNG-Vor­ha­ben konn­te das Pro­jekt nun of­fi­zi­ell bei­de Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren so­wohl für das land­sei­ti­ge Zero-Emis­sion-Ter­mi­nal als auch für den öf­fent­li­chen Ha­fen mit der Ein­rei­chung der An­trags­un­ter­la­gen star­ten.

Gut zugänglich

  • 1 Jetty für Tan­ker bis zu Q-Max-Grö­ße und ein wei­te­rer Jetty für klei­ne Schif­fe (Small Scale)
  • Durch die Nä­he zum Ham­bur­ger Ha­fen ist der Stand­ort ide­al zum Bun­kern ge­eig­net
  • Auch Lkw- oder Bahn­ver­la­dun­gen mög­lich

Hoch­fle­xi­bel und zu­kunfts­fäh­ig

  • Ka­pa­zi­tät von bis zu 13 bcm/a und eine Spit­zen­leis­tung von 21,7 GW
  • Kur­ze An­schluss­dis­tanz an das deut­sche Gas­trans­port­netz mit Zu­gang zu Groß­kun­den
  • Null-Emis­sions-Ter­mi­nal: Nut­zung der Ab­wär­me aus dem na­he ge­le­ge­nen In­dus­trie­park
  • Zu­las­sung für die Nut­zung von Bio­gas und Syn­the­ti­schem Gas

Projektmerkmale LNG-Terminal Brunsbüttel

Auch der LNG-Terminal am Standort Brunsbüttel ist seit langer Zeit in Planung.

  • Netz-Einspeisekapazität des Terminals: bis zu 8 Mrd. Nm3 Erdgas pro Jahr
  • Speicherkapazität: zwei Tanks mit jeweils 165.000 m3
  • Empfang und Löschen von Tankern bis zu Q-Max Größe
  • LNG-Regasifizierungsanlage
  • Landseitiger Pipeline-Ausbau: rund 60 km

Im Oktober 2019 konnte Brunsbüttel bereits eine Premiere feiern: Das weltgrößte Bunkerschiff "Kairos" hat den Laderaumsaugbagger Scheldt River mit 300 m3 LNG direkt bebunkert. Bislang fand die Betankung per Lkw statt.

Am 04.03.2022 wurde durch die Projektpartner und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Memorandum of Unterstanding zur gemeinsamen Errichtung des Terminals in Brunsbüttel unterzeichnet.

Zudem ist bis 2026 in unmittelbaren Nähe ein Importterminal für klimaneutral erzeugtes Ammoniak geplant. Grünes Ammoniak als verflüssigtes Wasserstoffderivat könne zukünftig einen wichtigen Beitrag zur Versorgung Deutschlands mit grünem Wasserstoff leisten.

  • ab 2026 sollen jährlich rund 300.000 Tonnen Ammoniak anlanden – geplant ist ein Mengenausbau auf bis zu 2 Mio. t/a  
  • später soll zusätzlich ein Cracker in großindustriellem Maßstab am Terminal errichtet werden, um grünen Wasserstoff direkt vor Ort zu produzieren

Projektmerkmale LNG-Terminal Wilhelmshaven

Ein wei­te­rer, zur­zeit dis­ku­tier­ter Stand­ort für ei­nen LNG-Ter­mi­nal ist Wil­helms­ha­ven. Das ge­plan­te Ener­gie­dreh­kreuz wür­de da­mit um die An­lan­de­mög­lich­keit für ver­flüs­sig­tes Erd­gas (LNG) an der vor­han­de­nen Um­schlag­an­la­ge Vos­lapper Gro­den (UVG) er­wei­tert.

Am 5. Mai 2022 setz­ten Bun­des­mi­nis­ter Robert Habeck und die nie­der­säch­si­schen Mi­nis­ter Olaf Lies und Bernd Althusmann den "ers­ten Ramm­schlag" für den Bau des ers­ten Ter­mi­nals für ver­flüs­sig­tes Erd­gas (LNG) in Deutsch­land. Au­ßer­dem wur­de in ei­nem sym­bo­li­schen Akt und in An­we­sen­heit al­ler Ver­trags­part­ner, ei­ne Ab­sichts­er­klä­rung zum Char­tern zweier schwim­men­der LNG-Ter­mi­nals (FSRU: Floating Storage and Regasification Unit) durch die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land un­ter­zeich­net. Da­rü­ber hi­naus wur­de ei­ne Ver­ein­ba­rung zwi­schen dem Bund und dem Land Nie­der­sach­sen über den Aus­bau Wil­helms­havens zu ei­ner grü­nen Ener­gie­dreh­schei­be für Deutsch­land un­ter­zeich­net. 

Ein wich­ti­ger Ak­teur ist hier der Ener­gie­kon­zern Uniper: Mit­hil­fe ei­ner schwim­men­den An­la­ge strebt Uniper an, im­por­tier­tes LNG an der Nord­see­küs­te be­reits im kom­men­den Win­ter 2022/2023 an­lan­den und um­wan­deln zu kön­nen.

Wil­helms­ha­ven ist als ein­zi­ger Tief­was­ser­ha­fen in Deutsch­land auf­grund sei­ner In­fra­struk­tur ein wich­ti­ger Kno­ten­punkt für die künf­ti­gen Flüs­sig­erd­gas­lie­fe­run­gen und bie­tet so­mit so­wohl aus ma­ri­ti­mer als auch aus lo­gis­ti­scher Sicht ide­a­le Be­din­gun­gen: 

  • LNG-Tan­ker al­ler Grö­ßen kön­nen die An­la­ge un­ab­hän­gig von den Ge­zei­ten und im Ein­klang mit höchs­ten in­ter­na­ti­o­na­len Si­cher­heits­stan­dards an­lau­fen 
  • schnellst­mög­li­che Um­set­zung durch Nut­zung vor­han­de­ner Ha­fen­in­fra­struk­tur von Nie­der­sach­sen Ports (NPorts)
  • kei­ne Be­hin­de­rung des Ver­kehrs zu an­de­ren gro­ßen Hä­fen durch güns­ti­ge La­ge für das An- und Ab­le­gen von LNG-Tan­kern

Der schwim­men­de Ter­mi­nal soll an der Um­schlag­an­la­ge Voslapper Groden ver­täut wer­den und dort an­kom­men­de LNG-Tan­ker ab­fer­ti­gen. Die Floating Storage and Regasification Unit (FSRU) für das ge­plan­te LNG-An­lan­dungs­ter­mi­nal ist das Kern­stück und macht die Er­rich­tung auf­wän­di­ger Wie­der­ver­damp­fungs­an­la­gen an Land un­nö­tig. 

  • Die­ser er­mög­licht die An­lan­dung, Spei­che­rung und Wie­der­ver­damp­fung von LNG. 
  • Die­ser hat ei­ne ge­plan­te Aus­sen­de­leis­tung zwi­schen fünf und acht Mil­li­ar­den Ku­bik­me­tern Erd­gas pro Jahr und ei­ne LNG-Spei­cher­ka­pa­zi­tät von rund 170.000 Ku­bik­me­tern.
  • Die Ein­spei­sung in das deut­sche Erd­gas­fern­lei­tungs­netz und dam­it auch die An­bin­dung an Unipers Erd­gas­spei­cher Etzel – ei­ner der größ­ten Erd­gas­spei­cher Eu­ro­pas – er­folgt über Erd­gas­lei­tun­gen durch den Fern­lei­tungs­netz­be­trei­ber Open Grid Europe (OGE). Die In­be­trieb­nah­me der An­bin­dungs­lei­tung ist eben­falls im Win­ter 2022/2023 ter­mi­niert. Die An­bin­dung wei­te­rer Ter­mi­nal-Stand­or­te in Wilhelmshaven an die­se Lei­tung ist bis En­de 2023 mög­lich.

Ne­ben dem LNG-Ter­mi­nal will Uniper den Stand­ort Wil­helms­ha­ven zu ei­nem na­ti­o­na­len Kno­ten­punkt für grü­ne Ener­gie ma­chen, un­ter an­de­rem mit ei­nem Im­port­ter­mi­nal für grü­nen Was­ser­stoff, bei­spiels­wei­se in Form von Am­mo­ni­ak. Das kli­ma­freund­lich er­zeug­te Gas soll in ei­nem so­ge­nann­ten Am­mo­ni­ak-Cra­cker zu Was­ser­stoff zu­rück­ge­wan­delt wer­den. Dies wä­re ei­ne der ers­ten An­la­gen die­ser Art in die­ser Grö­ßen­ord­nung. Gleich­zei­tig ist der Bau ei­ner Elek­tro­ly­se-An­la­ge zur Pro­duk­tion von Was­ser­stoff ge­plant. Ziel ist es, mehr als 10 Pro­zent des Was­ser­stof­fes be­reit­zu­stel­len, den die deut­sche Wirt­schaft er­war­tungs­ge­mäß im Jahr 2030 be­nö­tigt.

Zu den Vor­tei­len ei­ner FSRU auf YouTube.

LNG-Plattform

Mit dem Len­­kungs­­kreis LNG hat Zukunft Gas eine Platt­­form ge­­schaf­­fen, in der die ver­­schie­­denen Ak­teu­re der LNG-Bra­nche ein ge­­mein­­sames Vor­­gehen in stra­­te­gischen Fra­­gen ge­­gen­­über Po­li­tik und Öf­fent­­lich­­keit als Ziel de­­fi­nieren. Zukunft Gas be­g­rüßt die Mit­­glied­­schaft und Unter­­stüt­zung wei­te­rer Ak­teu­re.