LNG-Terminals in Deutschland

In Deutsch­land sol­len an den Stand­or­ten Wil­helms­ha­ven, Bruns­büt­tel, Sta­de und Lub­min ins­ge­samt vier Flüs­sig­­erd­gas-Ter­mi­nals ent­ste­hen. Am 4. Juli 2022 war der Bau­start für Deutsch­lands ers­ten LNG-Ter­mi­nal in Wil­helms­haven. LNG bie­tet kurz­fris­tig gro­ße Chan­cen, denn es kann welt­weit trans­por­tiert wer­den und er­mög­licht so den Han­del mit in­ter­na­ti­o­na­len Part­nern, die über Pipe­lines kein Gas nach Deutsch­land trans­por­tie­ren kön­nen. Durch den Auf­bau ei­ner ei­ge­nen LNG-In­fra­struk­tur er­höht Deutsch­land sei­ne Be­zugs­quel­len und si­chert das ho­he Ni­veau der Ver­sor­gung mit Gas.

Webinar LNG-Terminals in Deutschland ­

Wichtige Infrastruktur für Versorgungssicherheit und Klimaschutz

Mit dem rus­si­schen An­griffs­krieg ge­gen die Ukraine ist das The­ma Ver­sor­gungs­si­cher­heit in den Mit­tel­punkt ge­rückt. Eu­ro­pa und Deutsch­land müs­sen ih­re Erd­gas-Lie­fer­quel­len stär­ker di­ver­si­fi­zie­ren, Deutsch­land sei­ne Ener­gie-Au­ßen­po­li­tik stär­ken. Da­zu ge­hört der Auf­bau der nö­ti­gen Im­port-In­fra­struk­tu­ren und ins­be­son­dere der Bau deut­scher LNG-Ter­mi­nals, die zu­künf­tig auch das Tor zum Welt­markt für grü­ne Ener­gie­trä­ger wer­den kön­nen.

FAQ: LNG-Terminal in Deutschland

Auch in Deutsch­land sol­len LNG-Ter­mi­nals ge­baut wer­den. Gut zu wis­sen: Al­le wich­ti­gen Fra­gen und Ant­wor­ten zu LNG-Ter­mi­nals in Deutsch­land ha­ben wir für Sie auf­be­rei­tet.

Ein LNG-Ter­mi­nal ist der lo­gis­ti­sche Kno­ten­punkt für Ent­la­dung von LNG-Tan­kern, für die Re­ga­si­fi­zie­rung und Ein­spei­sung in das Gas-Netz oder die ver­flüs­sig­te Ein­la­ge­rung in Tanks so­wie für den Wei­ter­trans­port von flüs­si­gem Erd­gas in Kes­sel­wa­gen und Bun­ker­schif­fen. Bis­her gibt es in Deutsch­land kein Ter­mi­nal für ver­flüs­sig­tes Erd­gas – LNG wird ak­tu­ell z. B. mit Tank­wa­gen aus an­de­ren eu­ro­pä­i­schen LNG-Hä­fen nach Deutsch­land ge­bracht.

In ei­ner LNG-An­la­ge wird flüs­si­ges Erd­gas in dop­pel­wan­di­gen, voll­iso­lier­ten Va­ku­um­be­häl­tern ge­spei­chert. Für die Re­ga­si­fi­zie­rung und den an­schlie­ßen­den Trans­port über die be­ste­hen­de Gas-In­fra­struk­tur sind at­mo­sphä­ri­sche Ver­damp­fer so­wie ei­ne Odo­rie­rungs­an­la­ge wei­te­re Be­stand­tei­le der An­la­ge. Bei LNG-Tank­stel­len kom­men wei­te­re Kom­po­nen­ten wie Pum­pen hin­zu.

LNG-Tan­ker trans­por­tie­ren in ku­gel­för­mi­gen Tanks ver­flüs­sig­tes Erd­gas und sind ei­ne fle­xi­ble Al­ter­na­ti­ve zum Pipe­line-Trans­port. Ak­tu­ell wer­den LNG-Tan­ker mit einem Tank­vo­lu­men von rund 250.000 m3 flüssigem Erd­gas ge­plant. Weit über 300 Tan­ker trans­por­tie­ren LNG be­reits über die Welt­mee­re, seit 2005 hat sich ih­re An­zahl ver­dop­pelt.

Es exis­tie­ren ho­he Si­cher­heits­stan­dards an den Ter­mi­nal-Stand­or­ten. LNG ist ei­ne nicht ent­flamm­ba­re und un­gif­ti­ge Flüs­sig­keit, die auf­grund des tief­kal­ten Zu­stan­des nicht ver­bren­nen kann. Das flüs­si­ge Erd­gas wird in spe­zi­el­len Tanks ge­la­gert, die­se sind voll­stän­dig iso­liert und mit ei­ner Si­cher­heits­hül­le ver­se­hen. Falls den­noch LNG aus­tre­ten soll­te, ver­dampft es so­fort. LNG mischt sich nicht mit Was­ser und wird nicht vom Bo­den ab­sor­biert.

Der­zeit gibt es in Groß­bri­tan­nien, im Nord­wes­ten Eu­ro­pas so­wie an den Küs­ten im Mit­tel­meer LNG-Ter­mi­nals. Deutsch­lands Nach­bar­län­der Nie­der­lan­de, Bel­gien, Frank­reich und Po­len ver­fü­gen eben­falls über Im­port­ter­mi­nals. Vie­le Flüs­sig­erd­gas-Ter­mi­nals be­fin­den sich zu­dem in Pla­nung oder be­reits im Bau. Dazu gehören auch schwimmende LNG-Terminals vor der Küste: In Lubmin bei Greifswald soll bis Ende 2022 die erste dieser Anlagen in Betrieb gehen. Zum Jahreswechsel 2022/23 sollen zwei Schiffe in Wilhelmshaven an der Nordsee sowie in Brunsbüttel an der Elbmündung mit dem Anlanden von flüssigem Erdgas beginnen. Für Ende 2023 ist die Inbetriebnahme eines schwimmenden Terminals am Standort Stade (zwischen Hamburg und der Elbmündung) geplant.

Um die Ener­gie­ver­sor­gung wei­ter zu si­chern, muss Deutsch­land al­ter­na­ti­ve Im­port­mög­lich­kei­ten für Gas ent­wi­ckeln. Durch ei­ge­ne LNG-Ter­mi­nals ist ei­ne fle­xi­ble­re Ver­sor­gung mit Erd­gas und spä­ter mit Was­ser­stoff mög­lich.

Mit den angekündigten zwei Importterminals für flüssiges Erdgas könnten nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz bis zu 20 Prozent des jährlichen Gas-Verbrauchs in Deutschland gedeckt werden.

Für LNG-Ter­mi­nals, die jetzt für die Si­che­rung der Gas-Ver­sor­gung in Deutsch­land und Eu­ro­pa ge­baut wer­den, gibt es be­reits ei­ne Zu­kunfts­pers­pek­ti­ve. Die­se sieht in der Re­gel vor, dass die LNG-Ter­mi­nals mit ei­nem wach­sen­den An­ge­bot kli­ma­neu­tra­ler Ener­gie­trä­ger auch für den Im­port von Ener­gie­trä­gern auf der Ba­sis von Was­ser­stoff ge­nutzt wer­den.

Um die Im­port­quel­len wei­ter zu di­ver­si­fi­zie­ren, sol­len in Deutsch­land schnellst­mög­lich LNG-Ter­mi­nals er­rich­tet wer­den. Am 1. Juni 2022 trat das LNG-Be­schleu­ni­gungs­ge­setz in Kraft. Da­mit wer­den die bis­her lang­jäh­ri­gen Ge­neh­mi­gungs­pro­zes­se auf die Min­dest­an­for­de­run­gen der Eu­ro­pä­i­schen Union he­run­ter­ge­setzt.

Die Gas-Wirt­schaft be­grüßt das LNG-Be­schleu­ni­gungs­ge­setz. Da­mit sen­det die Bun­des­re­gie­rung wich­ti­ge Sig­na­le für die in­ter­na­ti­o­na­len Gas­märk­te. Das Ge­set­z sieht nicht nur sta­ti­o­nä­re LNG-Ter­mi­nals, son­dern auch schwim­men­de FSRU (Floating Storage and Regasification Unit) und An­bin­dungs­pipe­lines vor, um die LNG-Ter­mi­nals mit dem deut­schen Gas­netz zu ver­knüp­fen.

In Über­ein­stim­mung mit den deut­schen Kli­ma­zie­len wer­den die Ge­neh­mi­gun­gen für die LNG-An­la­gen bis spä­tes­tens 31. De­zem­ber 2043 be­fris­tet. Ein Wei­ter­be­trieb der An­la­gen über die­sen Zeit­punkt hi­naus kön­ne nur für kli­ma­neu­tra­len Was­ser­stoff und des­sen De­ri­va­te ge­neh­migt wer­den. Da­durch soll si­cher­ge­stellt wer­den, dass das Ziel der Kli­ma­neu­tra­li­tät spä­tes­tens 2045 er­reicht wer­den kann.

Al­ter­na­ti­ven zu Pipe­line­gas kön­nen nach­hal­tig nur über den glo­ba­len LNG-Markt und LNG-Trans­por­te nach Deutsch­land und Eu­ro­pa ent­wi­ckelt wer­den.

Dr. Timm Kehler, Vorstand Zukunft Gas
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Bedeutung von LNG: Weniger Emissionen, mehr Flexibilität

Um die Be­zugs­quel­len über den rei­nen Pipe­line-Im­port zu er­wei­tern, be­darf es neuer We­ge und die fin­den sich über den An­schluss an den in­ter­na­ti­o­na­len LNG-Markt. So kann auch Gas aus an­de­ren Re­gi­o­nen im­por­tiert wer­den, die bis­her nicht per Pipe­line an den deut­schen Markt an­ge­bun­den sind. Im Jahr 2020 im­por­tier­te Eu­ro­pa (inkl. UK) 98,25 bcm (Billion cubic metres of natural gas) LNG. Da­von ka­men 23,6 bcm je­weils aus Katar und den USA, 19,7 bcm aus Russ­land, 12 bcm aus Ni­ge­ria, 7,9 bcm aus Al­ge­rien und ca. 12 bcm aus an­de­ren Län­dern.

Ak­tu­ell ver­fügt Eu­ro­pa über LNG-Im­port-Ter­mi­nals (Re­ga­si­fi­zie­rungs­an­la­gen) mit ei­ner Ka­pa­zi­tät von 241 Mil­li­ar­den Ku­bik­me­ter, wo­mit et­wa 40 Pro­zent des eu­ro­pä­i­schen Erd­gas-Be­darfs ge­deckt wer­den könn­ten. Die Ka­pa­zi­tä­ten wur­den in der Ver­gan­gen­heit je­doch nicht aus­ge­schöpft. In 2021 wur­den et­wa 17 Prozent des Erd­gas­be­darfs über LNG ge­deckt. Die Aus­las­tung der Im­port­ter­mi­nals be­weg­te sich in ei­nem Be­reich von 30 bis 70 Pro­zent und lag im Jah­res­durch­schnitt (2021) bei et­wa 35 Prozent. Be­reits 41 LNG-Ter­mi­nals gibt es in Eu­ro­pa, wei­te­re be­fin­den sich ak­tu­ell in Bau und Pla­nung. Die Zei­chen für den flä­chen­de­cken­den Ein­satz von emis­si­ons­ar­mem LNG ste­hen gut und Eu­ro­pa ver­fügt so schon heu­te über ei­ne gut aus­ge­bau­te In­fra­struk­tur.

Expertenthema

Bau von LNG-Terminals in Deutschland

Ei­ge­ne Im­port­ka­pa­zi­tä­ten für Flüs­sig­erd­gas über­neh­men künf­tig ei­ne wich­ti­ge Rol­le für die deut­sche Ener­gie­ver­sor­gung. Da­her hat der be­schleu­nig­te Bau deut­scher Ter­mi­nals ei­ne ho­he Pri­o­ri­tät für die Ver­sor­gungs­si­cher­heit. Deut­schland pro­fi­tier­te bis da­to vom eu­ro­pä­i­schen Bin­nen­markt, ob­wohl be­reits Plä­ne für den Bau von LNG-An­la­gen in Bruns­büttel, Stade und Wil­helms­haven seit Jah­ren exis­tierten. De­ren Um­set­zung schei­ter­te in er­ster Li­nie am feh­len­den po­li­ti­schen Wil­len, neue Gas-In­fra­struk­tur zu bau­en. Mit dem LNG-Be­schleu­ni­gungs­ge­setz 2022 hebt die Bun­des­re­gie­rung nun die Be­deu­tung von LNG-Ter­mi­nals her­vor und setzt da­bei auf ei­ne schnel­le Ge­neh­mi­gungs­pha­se für LNG-Ter­mi­nals, um den Aus­bau ei­ner ei­ge­nen LNG-In­fra­struk­tur vo­ran­zu­trei­ben. Da­bei un­ter­stützt die Bun­des­re­gie­rung auch mit fi­nan­zi­el­len Mit­teln und be­tei­ligt sich bspw. über die KfW mit ei­nem An­teil von 50 % am ge­plan­ten LNG-Ter­mi­nal in Bruns­büttel. Per­spek­ti­visch sol­len die ge­plan­ten Im­port­terminals auch zum Auf­bau ei­ner In­fra­struk­tur für Was­ser­stoff bei­tra­gen. Die Mög­lich­keit zu­sätz­lich CO2-arme Ener­gie­trä­ger – so­wohl in Rein­form als auch in Form ei­nes Was­ser­stoff­de­ri­vats wie bei­spiels­wei­se Am­mo­ni­ak – zu im­por­tieren, un­ter­stützt das Ziel der Kli­ma­neu­tra­li­tät.

Bis zu 12 Mrd. m3 wür­de die jähr­liche Ka­pa­zi­tät eines Ter­mi­nals be­tra­gen. Um die Ener­gie­ver­sor­gung Deutsch­lands wei­ter zu si­chern, wird der Bau von zwei An­la­gen für die Re­ga­si­fi­zie­rung von tief­ge­kühl­tem Erd­gas nicht aus­rei­chen. Min­des­tens drei LNG-Ter­mi­nals in Deutsch­land sind not­wen­dig, um un­ab­hän­gi­ger zu wer­den. In Wil­helms­haven könn­te ein schwim­men­des LNG-Ter­mi­nal (FSRU) be­reits im Win­ter 2022/­2023 in Be­trieb ge­nom­men wer­den. Ne­ben Pro­jek­ten in Nie­der­sach­sen und Schles­wig-Hol­stein wird auch in Meck­len­burg-Vor­pom­mern in Lub­min ein LNG-Ter­mi­nal ge­plant.

Vorhandene und geplante Importterminals für LNG in Europa

An­fang Mai 2022 wa­ren be­reits 41 Flüs­sig­erd­gas-Ter­mi­nals in Eu­ro­pa vor­han­den. Wei­te­re 32 LNG-Ter­mi­nals be­fan­den sich in Pla­nung. Auch wenn Deutsch­land ak­tu­ell über die be­ste­hen­de LNG-In­fra­struk­tur der Nach­bar­staaten Frank­reich, den Nie­der­lan­den, Bel­gien und Po­len ver­sorgt wer­den kann, rei­chen die An­lan­de­ka­pa­zi­tä­ten bei ei­ner anhaltend ho­hen Nach­fra­ge nicht aus, um Deutsch­land mit­zu­ver­sor­gen. Mit ei­ge­nen Ter­mi­nals ist für Deutsch­land ei­ne fle­xi­ble­re Ener­gie­ver­sor­gung mög­lich.

Die in­ter­ak­ti­ve Kar­te von Global Energy Monitor zeigt die be­ste­hen­den, ge­plan­ten so­wie die im Bau be­find­li­chen LNG-Ter­mi­nals für ganz Eu­ro­pa.

Planung und Bau eines LNG-Terminals in Deutschland

LNG-Importterminal in Stade

Stade ist nicht nur auf­grund sei­ner Nä­he zum Ham­bur­ger Ha­fen der per­fek­te Stand­ort für ei­nen Bunkering-Service, er ist tech­nisch auch fer­tig ent­wickelt. Für den Auf­bau des Ter­mi­nals di­rekt an der Elbe sind In­ves­ti­tionen von 800 Mil­li­o­nen Euro durch Dow Chemicals ge­plant, auf deren Ge­län­de die An­la­ge er­rich­tet wer­den soll. Wei­te­re 150 bis 200 Mil­li­o­nen Euro für öf­fent­liche Ha­fen­an­la­gen kom­men hin­zu.

Bis zu 13 Mrd. m3 Gas könn­ten nach der Re­ga­si­fi­zie­rung in das Gas-Netz ein­ge­speist wer­den. Das Im­port­ter­mi­nal könn­te ab Ende 2026 bei einer Voll­aus­las­tung rund zehn Pro­zent des deut­schen Gas­be­darfs de­cken.

Projektmerkmale Stade im Überblick

Am 28. März 2022 er­teil­te die Han­se­stadt Stade ihr vor­zei­ti­ges kom­mu­na­les Ein­ver­neh­men für das ge­plan­te LNG-Ter­mi­nal im Orts­teil Bützfleth. Im April 2022 hat die Be­trei­ber­ge­sell­schaft Hanseatic Energy Hub die An­trags­un­ter­la­gen für den Bau des Ter­mi­nals ein­ge­reicht. Als ers­tes der deut­schen LNG-Vor­ha­ben konn­te das Pro­jekt nun of­fi­zi­ell bei­de Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren so­wohl für das land­sei­ti­ge Zero-Emis­sion-Ter­mi­nal als auch für den öf­fent­li­chen Ha­fen mit der Ein­rei­chung der An­trags­un­ter­la­gen star­ten.

Gut zugänglich

  • 1 Jetty für Tan­ker bis zu Q-Max-Grö­ße und ein wei­te­rer Jetty für klei­ne Schif­fe (Small Scale)
  • Durch die Nä­he zum Ham­bur­ger Ha­fen ist der Stand­ort ide­al zum Bun­kern ge­eig­net
  • Auch Lkw- oder Bahn­ver­la­dun­gen mög­lich

Hoch­fle­xi­bel und zu­kunfts­fäh­ig

  • Ka­pa­zi­tät von bis zu 13 bcm/a und eine Spit­zen­leis­tung von 21,7 GW
  • Kur­ze An­schluss­dis­tanz an das deut­sche Gas­trans­port­netz mit Zu­gang zu Groß­kun­den
  • Null-Emis­sions-Ter­mi­nal: Nut­zung der Ab­wär­me aus dem na­he ge­le­ge­nen In­dus­trie­park
  • Zu­las­sung für die Nut­zung von Bio­gas und Syn­the­ti­schem Gas

Projektmerkmale LNG-Terminal Brunsbüttel

Auch der LNG-Ter­mi­nal am Stand­ort Bruns­büt­tel ist seit lan­ger Zeit in Pla­nung.

  • Netz-Ein­spei­se­ka­pa­zi­tät des Ter­mi­nals: bis zu 8 Mrd. Nm3 Erd­gas pro Jahr
  • Spei­cher­ka­pa­zi­tät: zwei Tanks mit je­weils 165.000 m3
  • Emp­fang und Lö­schen von Tan­kern bis zu Q-Max Grö­ße
  • LNG-Re­ga­si­fi­zie­rungs­an­la­ge
  • Land­sei­ti­ger Pipe­line-Aus­bau: rund 60 km

Im Ok­to­ber 2019 konn­te Bruns­büt­tel be­reits ei­ne Pre­mie­re fei­ern: Das welt­größ­te Bun­ker­schiff "Kairos" hat den La­de­raum­saug­bag­ger Scheldt River mit 300 m3 LNG di­rekt be­bun­kert. Bis­lang fand die Be­tan­kung per Lkw statt.

Am 04.03.2022 wur­de durch die Pro­jekt­part­ner und die Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau (KfW) ein Me­mo­ran­dum of Under­stan­ding zur ge­mein­sa­men Er­rich­tung des Ter­mi­nals in Bruns­büt­tel un­ter­zeich­net.

Zu­dem ist bis 2026 in un­mit­tel­ba­ren Nä­he ein Im­port­ter­mi­nal für kli­ma­neu­tral er­zeug­tes Am­mo­ni­ak ge­plant. Grü­nes Am­mo­ni­ak als ver­flüs­sig­tes Was­ser­stoff­de­ri­vat kön­ne zu­künf­tig ei­nen wich­ti­gen Bei­trag zur Ver­sor­gung Deutsch­lands mit grü­nem Was­ser­stoff leis­ten.

  • ab 2026 sol­len jähr­lich rund 300.000 Ton­nen Am­mo­ni­ak an­lan­den – ge­plant ist ein Men­gen­aus­bau auf bis zu 2 Mio. t/a
  • spä­ter soll zu­sätz­lich ein Cracker in groß­in­dus­tri­el­lem Maß­stab am Ter­mi­nal er­rich­tet wer­den, um grü­nen Was­ser­stoff di­rekt vor Ort zu pro­du­zie­ren

Projektmerkmale LNG-Terminal Wilhelmshaven

In Wil­helms­ha­ven wir der ersten LNG-Terminal Deutschlands gebaut. Das ge­plan­te Ener­gie­dreh­kreuz wird um die An­lan­de­mög­lich­keit für ver­flüs­sig­tes Erd­gas (LNG) an der vor­han­de­nen Um­schlag­an­la­ge Vos­lapper Gro­den (UVG) er­wei­tert.

Am 5. Mai 2022 setz­ten Bun­des­mi­nis­ter Robert Habeck und die nie­der­säch­si­schen Mi­nis­ter Olaf Lies und Bernd Althusmann den "ers­ten Ramm­schlag" für den Bau des ers­ten Ter­mi­nals für ver­flüs­sig­tes Erd­gas (LNG) in Deutsch­land. Au­ßer­dem wur­de in ei­nem sym­bo­li­schen Akt und in An­we­sen­heit al­ler Ver­trags­part­ner, ei­ne Ab­sichts­er­klä­rung zum Char­tern zweier schwim­men­der LNG-Ter­mi­nals (FSRU: Floating Storage and Regasification Unit) durch die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land un­ter­zeich­net. Da­rü­ber hi­naus wur­de ei­ne Ver­ein­ba­rung zwi­schen dem Bund und dem Land Nie­der­sach­sen über den Aus­bau Wil­helms­havens zu ei­ner grü­nen Ener­gie­dreh­schei­be für Deutsch­land un­ter­zeich­net. Nach der Zulassung des vorzeitigen Baubeginn war am 4. Juli 2022 der offzielle Baustart.

Ein wich­ti­ger Ak­teur ist hier der Ener­gie­kon­zern Uniper: Mit­hil­fe ei­ner schwim­men­den An­la­ge strebt Uniper an, im­por­tier­tes LNG an der Nord­see­küs­te be­reits im kom­men­den Win­ter 2022/2023 an­lan­den und um­wan­deln zu kön­nen.

Wil­helms­ha­ven ist als ein­zi­ger Tief­was­ser­ha­fen in Deutsch­land auf­grund sei­ner In­fra­struk­tur ein wich­ti­ger Kno­ten­punkt für die künf­ti­gen Flüs­sig­erd­gas­lie­fe­run­gen und bie­tet so­mit so­wohl aus ma­ri­ti­mer als auch aus lo­gis­ti­scher Sicht ide­a­le Be­din­gun­gen: 

  • LNG-Tan­ker al­ler Grö­ßen kön­nen die An­la­ge un­ab­hän­gig von den Ge­zei­ten und im Ein­klang mit höchs­ten in­ter­na­ti­o­na­len Si­cher­heits­stan­dards an­lau­fen 
  • schnellst­mög­li­che Um­set­zung durch Nut­zung vor­han­de­ner Ha­fen­in­fra­struk­tur von Nie­der­sach­sen Ports (NPorts)
  • kei­ne Be­hin­de­rung des Ver­kehrs zu an­de­ren gro­ßen Hä­fen durch güns­ti­ge La­ge für das An- und Ab­le­gen von LNG-Tan­kern

Der schwim­men­de Ter­mi­nal soll an der Um­schlag­an­la­ge Voslapper Groden ver­täut wer­den und dort an­kom­men­de LNG-Tan­ker ab­fer­ti­gen. Die Floating Storage and Regasification Unit (FSRU) für das ge­plan­te LNG-An­lan­dungs­ter­mi­nal ist das Kern­stück und macht die Er­rich­tung auf­wän­di­ger Wie­der­ver­damp­fungs­an­la­gen an Land un­nö­tig. 

  • Die­ser er­mög­licht die An­lan­dung, Spei­che­rung und Wie­der­ver­damp­fung von LNG. 
  • Die­ser hat ei­ne ge­plan­te Aus­sen­de­leis­tung zwi­schen fünf und acht Mil­li­ar­den Ku­bik­me­tern Erd­gas pro Jahr und ei­ne LNG-Spei­cher­ka­pa­zi­tät von rund 170.000 Ku­bik­me­tern.
  • Die Ein­spei­sung in das deut­sche Erd­gas­fern­lei­tungs­netz und dam­it auch die An­bin­dung an Unipers Erd­gas­spei­cher Etzel – ei­ner der größ­ten Erd­gas­spei­cher Eu­ro­pas – er­folgt über Erd­gas­lei­tun­gen durch den Fern­lei­tungs­netz­be­trei­ber Open Grid Europe (OGE). Die In­be­trieb­nah­me der An­bin­dungs­lei­tung ist eben­falls im Win­ter 2022/2023 ter­mi­niert. Die An­bin­dung wei­te­rer Ter­mi­nal-Stand­or­te in Wilhelmshaven an die­se Lei­tung ist bis En­de 2023 mög­lich.

Ne­ben dem LNG-Ter­mi­nal will Uniper den Stand­ort Wil­helms­ha­ven zu ei­nem na­ti­o­na­len Kno­ten­punkt für grü­ne Ener­gie ma­chen, un­ter an­de­rem mit ei­nem Im­port­ter­mi­nal für grü­nen Was­ser­stoff, bei­spiels­wei­se in Form von Am­mo­ni­ak. Das kli­ma­freund­lich er­zeug­te Gas soll in ei­nem so­ge­nann­ten Am­mo­ni­ak-Cra­cker zu Was­ser­stoff zu­rück­ge­wan­delt wer­den. Dies wä­re ei­ne der ers­ten An­la­gen die­ser Art in die­ser Grö­ßen­ord­nung. Gleich­zei­tig ist der Bau ei­ner Elek­tro­ly­se-An­la­ge zur Pro­duk­tion von Was­ser­stoff ge­plant. Ziel ist es, mehr als 10 Pro­zent des Was­ser­stof­fes be­reit­zu­stel­len, den die deut­sche Wirt­schaft er­war­tungs­ge­mäß im Jahr 2030 be­nö­tigt.

Zu den Vor­tei­len ei­ner FSRU auf YouTube.

LNG-Plattform

Mit dem Len­­kungs­­kreis LNG hat Zukunft Gas eine Platt­­form ge­­schaf­­fen, in der die ver­­schie­­denen Ak­teu­re der LNG-Bra­nche ein ge­­mein­­sames Vor­­gehen in stra­­te­gischen Fra­­gen ge­­gen­­über Po­li­tik und Öf­fent­­lich­­keit als Ziel de­­fi­nieren. Zukunft Gas be­g­rüßt die Mit­­glied­­schaft und Unter­­stüt­zung wei­te­rer Ak­teu­re.