Frisch vom Bauernhof:

Die Entstehung von Biogas

Wie normales Erdgas, so wird auch Biogas, auch als Bio-Erdgas oder Biomethan bezeichnet, vielseitig verwendet: zum Tanken, Heizen und zur Stromerzeugung. Dabei ist regeneratives Erdgas nicht nur "bio", sondern auch planbar, also auf Abruf und je nach Bedarf verfügbar. Bis es mit derselben hohen Qualität wie Erdgas in das Netz eingespeist werden kann, sind einige Produktionsschritte notwendig.

Nicht das Gleiche: Roh-Biogas und Biogas

Erster Schritt zur Entstehung von Biogas ist die Erzeugung von Roh-Biogas aus pflanzlichen Stoffen und landwirtschaftlichen Rest-Produkten, der so genannten Biomasse. Biomasse entsteht in der Land- und Forstwirtschaft auf verschiedenen Wegen: Pflanzenreste oder tierische Abfälle gehören ebenso dazu wie Bio-Abfälle und nachwachsende Rohstoffe – Letztere werden dann angebaut, wenn die Haupternten eingefahren sind.

Die Produktion von Roh-Biogas verbessert die Flächennutzung und bietet damit der heimischen Landwirtschaft eine wichtige Perspektive. Durch Vergärung (Fermentierung) der Biomasse entsteht Roh-Biogas. Viele kennen die typischen runden Fermenter mit ihren Hauben, die häufig von der Straße aus an den Bauernhöfen zu sehen sind. Ist die Haube gewölbt, hat sich darunter Roh-Biogas gesammelt. Roh-Biogas kann über Blockheizkraftwerke sofort zur lokalen Wärme- und Stromerzeugung genutzt werden. Die verbleibenden Restabfälle werden als hochwertiger Dünger auf die Felder ausgebracht.

Keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion

Fast die Hälfte der Gesamtfläche Deutschlands wird als landwirtschaftliche Nutzfläche verwendet. Nur 14 Prozent dieser Fläche werden für den Anbau von Energiepflanzen verwendet. Davon fallen rund 1,55 Mio. Hektar für den Anbau der Biogasproduktion an. 60 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland werden für den Anbau von Futtermittel wie z.B. Futtermais für die Nutzviehhaltung verwendet.

Flächenutzung für Biogas in Deutschland

Gesamtfläche: 35,8 Mio. ha

Grünes Gas in bester Qualität

Je nach Zusammensetzung der Biomasse schwankt die Qualität von Roh-Biogas. Deshalb kann es nicht direkt in das Gas-Netz eingespeist werden. Dort ist ein Methananteil von mindestens 96 Prozent notwendig, um den Betrieb aller Gas-Technologien beim Endverbraucher, vor allem in der Industrie, zu gewährleisten. Durch Trocknung und Entschwefelung wird in einem weiteren Arbeitsschritt das Roh-Biogas aufgewertet, außerdem wird der Brennwert an das aktuelle Brennwert-Niveau im Gas-Netz angepasst. Das so entstandene Biogas bzw. Bio-Erdgas wird nach der Einspeisung über das Gas-Netz zu den Verbrauchern transportiert und kann auch genauso wie normales Erdgas verwendet werden. So können immer mehr Gas-Kunden auf ganz unkomplizierte Weise von dem grünen Gas profitieren und einen schnellen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Die Herstellung von Biogas schont nicht nur die Umwelt, sondern stärkt auch die heimische Landwirtschaft. Vor allem die Landwirte, die die Rohstoffe für das grüne Gas liefern, profitieren von der Wertschöpfung mit dem CO2-neutralen Energieträger. Und die Kapazität für Biogas ist noch lange nicht ausgeschöpft: 80 Milliarden Kilowattstunden grünes Biogas im Gas-Netz wären durch das derzeit in Deutschland hergestellte Biogas theoretisch möglich. In 2020 wurden rund 10 Milliarden Kilowattstunden Biogas eingespeist.

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