Bedeutung von Erdgas für die Stromerzeugung

Die Stromerzeugung mit Erdgas bleibt ein wichtiges Standbein der Energieversorgung in Deutschland. Das belegen aktuelle Zahlen: 2021 wurden etwa 42 Prozent des hierzulande produzierten Stroms aus Erneuerbaren Energien erzeugt (2020: 45 Prozent). Der Anteil von Erdgas verringerte sich nur leicht von 16,1 Prozent auf 15,2 Prozent. 

Bei der Betrachtung der Ergebnisse für 2021 fällt auf: Während 2020 die Bedeutung der Kohle (–10 Prozent ggü. 2019) für die Stromversorgung abnahm, stieg sie in 2021 wieder leicht an. Rückgängen bei der Windstromerzeugung sowie beim Einsatz von Erdgas standen 2021 somit eine Ausweitung der Verstromung von Stein- und Braunkohle gegenüber. Das wird sich negativ auf die CO2-Emissionen in diesem Energiesektor auswirken. Insbesondere deshalb, weil der Kohleausstieg erst 2038 wie im Kohlekompromiss vereinbart, zu spät kommt.

Bruttostromerzeugung nach Energieträgern 2021

Erdgas im deutschen Strommix

Quelle: AGEB; Stand: Dezember 2021

Auswirkungen von Gaspreis und CO2-Emissionshandel

Erdgas hat damit unter den fossilen Energieträgern die Führungsposition eingenommen. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie nachvollziehbar:

  • Gaskraftwerke emittieren bis zu 70 Prozent weniger CO2 als Braunkohlekraftwerke.
  • Der europäische Emissionshandel scheint endlich auf den Strommarkt durchzuschlagen: Durch die Verteuerung der CO2-Emissionszertifikate ist die Stromerzeugung mit Kohlekraftwerken wirtschaftlich weniger häufig rentabel, sie werden aus dem Markt gedrängt. Davon profitieren Gas-Kraftwerke aufgrund ihrer Effizienz und ihrer klimaschonenden Eigenschaften.
  • Gas-Kraftwerke sind ideale Partner für die Erneuerbaren, weil sie die volatile Stromerzeugung aus Wind und Sonne stabil und flexibel ausgleichen können.
  • Außerdem stellen Gas-Kraftwerke systemrelevante Dienstleistungen bereit, die unter anderem den Betrieb der Stromnetze stützen und dazu beitragen, das Netz im Gleichgewicht aus Erzeugung und Verbrauch zu halten.

Das ist leider möglich. Bis zum Jahr 2030 werden angesichts des Ausstiegs aus Kohle- und Kernenergie bei steigendem Strombedarf nach Daten von SMARD Strommarktdaten und eigenen Berechnungen von Zukunft Gas zusätzlich bis zu 52 Gigawatt an regelbarer Leistung benötigt. Der Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien geht aktuell zu langsam voran, um diese Lücke zu schließen. Ein zügiger Ausbau von klimaschonenden Gas-Kraftwerken kann dazu beitragen, die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.

Unter einer Dunkelflaute wird das gleichzeitige Auftreten von Dunkelheit und Windflaute verstanden. Diese Wetterlage ist typisch für den Winter und sorgt für geringe Stromerzeugung aus Solar- und Windenergie, während der Strombedarf saisonal bedingt sehr hoch ist. Wenn also die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, sichern effiziente und flexible Gas-Kraftwerke die deutsche Stromversorgung.

Gas ermöglicht als sicheres Back-up den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Durch Gas wird der Ausstieg aus Kohle- und Kernenergie erst möglich, denn die Stromerzeugung von erneuerbaren Energien schwankt je nach Witterung stark. Schnell regelbare Gas-Kraftwerke halten die Netze stabil und sichern als zweite Säule der Energiewende eine zuverlässige und klimafreundliche Stromversorgung.

Moderne Gas-Kraftwerke schonen das Klima und sichern die Stromversorgung.

CO2-Fußabdruck der Stromerzeugung

Im Strommarkt wird Erdgas auch weiterhin eine wichtige und weiter wachsende Rolle einnehmen. Der fortschreitende Kohleausstieg und der steigenden Anteil Erneuerbarer Energien sorgt zunehmend für eine schwankende Einspeisung in das Netz. Auch wenn es genug Kapazitäten von Erneuerbaren gibt, werden regelbare und klimaschonende Gas-Kraftwerke als Back-Up die Stromversorgung sichern müssen.

Gas-Kraftwerke sind hochleistungsfähig, denn sie sind kaum störanfällig für extreme Wetterbedingungen und aufgrund ihrer schnellen Startfähigkeit ein verlässlicher Partner für die volatilen Erneuerbaren Energien.