Bedeutung von Erdgas für die Stromerzeugung

Die Strom­er­zeu­gung mit Erd­gas bleibt ein wich­ti­ges Stand­bein der Ener­gie­ver­sor­gung in Deutsch­land. Im Jahr 2021 wur­den 42 Pro­zent des hier­zu­lan­de pro­du­zier­ten Stroms aus Er­neu­er­ba­ren Ener­gien er­zeugt. Im wind­rei­chen Jahr 2020 wa­ren es so­gar 45 Pro­zent. Der An­teil von Erd­gas ver­rin­ger­te sich nur leicht von 16 Pro­zent auf 15 Pro­zent.

Bei der Be­trach­tung des Strom­mix für 2021 fällt auf: Wäh­rend 2020 die Be­deu­tung der Koh­le (–10 Pro­zent ggü. 2019) für die Strom­ver­sor­gung ab­nahm, stieg sie in 2021 wie­der leicht an. Rück­gän­gen bei der Wind­strom­er­zeu­gung so­wie beim Ein­satz von Erd­gas stan­den 2021 so­mit ei­ne Aus­wei­tung der Ver­stro­mung von Stein- und Braun­koh­le ge­gen­über. Die­ser um­ge­kehr­te Fuel Switch ist auf die ho­hen Gas­prei­se En­de 2021 zu­rück­zu­füh­ren. Wäh­rend so die güns­ti­ge­ren Koh­le­kraft­wer­ke mehr Strom pro­du­zier­ten, wur­den aber auch mehr CO2-Emis­si­o­nen aus­ge­sto­ßen. Denn Gas­kraft­wer­ke emit­tie­ren bis zu 65 Pro­zent we­ni­ger CO2 als Braun­koh­le­kraft­wer­ke. Ob der Koh­le­aus­stieg in der ak­tu­el­len La­ge auf das Jahr 2030 vor­ge­zo­gen wer­den kann, ist frag­lich.

Bruttostromerzeugung nach Energieträgern 2021

Erdgas im deutschen Strommix

Quelle: AGEB; Stand: Februar 2022

Das ist lei­der mög­lich. Bis zum Jahr 2030 wer­den an­ge­sichts des Aus­stiegs aus Koh­le- und Kern­ener­gie bei stei­gen­dem Strom­be­darf nach Da­ten von SMARD Strom­markt­da­ten und ei­ge­nen Be­rech­nun­gen von Zukunft Gas zu­sätz­lich bis zu 52 Gi­ga­watt an re­gel­ba­rer Leis­tung be­nö­tigt. Der Aus­bau der Strom­er­zeu­gung aus er­neu­er­ba­ren Ener­gien geht ak­tu­ell zu lang­sam vo­ran, um die­se Lü­cke zu schlie­ßen. Ein zü­gi­ger Aus­bau von kli­ma­scho­nen­den Gas-Kraft­wer­ken kann da­zu bei­tra­gen, die Ver­sor­gungs­si­cher­heit lang­fris­tig zu ge­währ­leis­ten.

Un­ter ei­ner Dun­kel­flau­te wird das gleich­zei­ti­ge Auf­tre­ten von Dun­kel­heit und Wind­flau­te ver­stan­den. Die­se Wet­ter­la­ge ist ty­pisch für den Win­ter und sorgt für ei­ne ge­rin­ge Strom­er­zeu­gung aus So­lar- und Wind­ener­gie, wäh­rend der Strom­be­darf sai­so­nal be­dingt sehr hoch ist. Wenn al­so die Son­ne nicht scheint und der Wind nicht weht, kön­nen ef­fi­zien­te und fle­xi­ble Gas-Kraft­wer­ke die deut­sche Strom­ver­sor­gung si­chern.

Gas er­mög­licht als si­che­res Back-up den wei­te­ren Aus­bau der er­neu­er­ba­ren Ener­gien. Durch Gas wird der Aus­stieg aus Koh­le- und Kern­ener­gie erst mög­lich, denn die Strom­er­zeu­gung von er­neu­er­ba­ren Ener­gien schwankt je nach Wit­te­rung stark. Schnell re­gel­ba­re Gas-Kraft­wer­ke hal­ten die Net­ze sta­bil und si­chern als zwei­te Säu­le der Ener­gie­wen­de ei­ne zu­ver­läs­si­ge und kli­ma­freund­li­che Strom­ver­sor­gung. Zu­dem ist das Gas-Netz das ide­a­le Spei­cher- und Trans­port­me­di­um für Erd­gas und er­neu­er­ba­re Ener­gien in Form von grün­em Gas wie Was­ser­stoff und Bio­gas und gilt als Bat­te­rie der Ener­gie­wen­de.

Moderne Gas-Kraftwerke schonen das Klima und sichern die Stromversorgung.

CO2-Fuß­ab­druck der Strom­er­zeu­gung

Im Strom­markt ist durch den rus­si­schen An­griffs­krieg auf die Ukraine ein Di­lem­ma ent­stan­den. Zu Be­ginn des Jah­res 2022 war im po­li­ti­schen Berlin klar, dass Gas­kraft­wer­ke auch künf­tig die Strom­er­zeu­gung der er­neu­er­ba­ren Ener­gien er­gän­zen, wenn die Son­ne nicht scheint und der Wind nicht weht. Die Ver­än­de­run­gen im Strom­mix sor­gen zu­neh­mend für ei­ne schwan­ken­de Ein­spei­sung in das Netz.

Auch wenn es ge­nug Ka­pa­zi­tä­ten von Er­neu­er­ba­ren gibt, wer­den re­gel­ba­re und kli­ma­scho­nen­de Gas-Kraft­wer­ke als Back-Up die Strom­ver­sor­gung si­chern müs­sen. Denn Gas-Kraft­wer­ke sind hoch­leis­tungs­fä­hig: sie sind kaum stör­an­fäl­lig für ex­tre­me Wet­ter­be­din­gun­gen und auf­grund ih­rer schnel­len Start­fä­hig­keit ein ver­läss­li­cher Part­ner für die vo­la­ti­len Er­neu­er­ba­ren Ener­gien. Mit ei­ner mög­li­chen Gas­man­gel­la­ge in der Zu­kunft ist die Al­ter­na­ti­ve je­doch nicht mehr Er­neu­er­ba­re – son­dern mehr Koh­le.