Pressemitteilung, 3. Jul 2020, 17:24

Kehler zur Verabschiedung des Kohleausstiegsgesetzes

  • Klimaschonende Gaskraftwerke sollen die Kapazitäten ersetzen und als Partner der Erneuerbaren die Versorgung sichern
  • Anreize für den Ausbau des Gaskraftwerksparks sind noch unzureichend
  • Kehler: „Das Gesetz ist eine wichtige Etappe für den Klimaschutz, jetzt müssen wir die Diskussion fortführen und auf die sich abzeichnende Leistungslücke fokussieren.“

Berlin, 3. Juli 2020. Mit dem heutigen Beschluss des Bundestages zum Kohleausstiegsgesetz hat Deutschland eine wichtige Etappe auf dem Weg in Richtung Klimaschutz zurückgelegt. Die schrittweise wegfallenden Kapazitäten der Kohlemeiler sollen an den Standorten durch klimaschonende Gaskraftwerke ersetzt werden.

„Die Politik hat die tragende Rolle von Erdgas in der Energiewende erkannt. Denn jedem Watt an erneuerbarer Energie muss die Back-Up- Leistung von Kraftwerken entgegenstehen, um die Versorgung während der Dunkelflaute zu sichern”, erklärt Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS. „Das Gesetz zeigt, dass der Ausstieg auch einen Einstieg bedeutet: Nämlich in die Stromerzeugung mit Erneuerbaren und Gaskraftwerken.“

Im Kohleausstiegsgesetz sind Prämien für den Umstieg auf Gaskraftwerke vorgesehen. Diese werden allerdings nicht ausreichen, um den Zubau von Gaskraftwerken weitflächig anzureizen. Laut einer Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI), die von Zukunft ERDGAS beauftragt wurde, droht Deutschland ohne den Ausbau von zusätzlichen Gaskraftwerken eine Versorgungslücke von 13 bis 45 Gigawatt (GW). Aktuell befinden sich lediglich 1 GW Gaskraftwerksleistung in Bau und 0,9 GW in Planung.

„Um der Versorgungslücke zu entgehen, brauchen wir ein System, welches nicht nur die Produktion von Elektrizität vergütet, sondern auch die Vorhaltung von Kapazitäten für den Bedarfsfall bei Dunkelflaute oder Spitzenlast ausgleicht. Nach der langwierigen Debatte um den Kohleausstieg muss sich die Diskussion nun auf das Schließen der sich abzeichnenden Leistungslücke fokussieren. Die Politik muss jetzt klimaschutzorientierte Kapazitätsmechanismen einführen“, so Kehler abschließend.

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