Pressemitteilung, 20. Sep 2019, 17:11

Kehler zum Klimapaket: „Kompromiss mit Luft nach oben“

  • Zertifikatehandel ist pragmatischer Einstieg in die CO2-Bepreisung
  • CO2-Bepreisung muss mit Energiesteuerreform flankiert werden
  • Kehler: „Bei der konkreten Ausgestaltung der Maßnahmen muss die Politik nun auch die Vorteile von grünem Gas für den Klimaschutz aufgreifen.“

Berlin, 20. September 2019. Am heutigen Freitag hat sich die Große Koalition aus Union und SPD auf ein Klimapaket geeinigt. Mithilfe der darin festgelegten Maßnahmen soll Deutschland die Klimaziele für das Jahr 2030 erreichen können. Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS, kommentiert das Eckpunktepapier:

„Nach zähem Ringen hat sich die Koalition endlich auf Maßnahmen geeinigt, die uns auf Kurs in Richtung Klimaziel 2030 bringen sollen. Der erhoffte große Wurf ist dabei jedoch ausgeblieben. Zwar ist mit dem beschlossenen Zertifikatehandel für den Wärmemarkt und Verkehrssektor ein pragmatischer Einstieg in die CO2-Bepreisung gelungen. Doch das Klimakabinett hat versäumt, die bestehenden Energiesteuern zu harmonisieren. Gleichzeitig muss auch das bereits existierende Ordnungsrecht künftig an der CO2-Einsparung ausgerichtet werden. Wenn die Politik die Startblöcke jetzt also nicht auf eine Linie stellt, wird der CO2-Preis ins Leere greifen.

Gas kann sowohl im Strom- und Wärmemarkt als auch im Verkehrssektor zur schnellen Senkung des CO2-Ausstoßes beitragen. Bei der konkreten Ausgestaltung der geplanten Maßnahmen muss die Bundesregierung daher nun auch insbesondere die Potenziale von grünem Gas berücksichtigen, wenn sie es mit dem Klimaschutz ernst meint. Es gilt jetzt also, auf dem soliden Fundament des Eckpunktepapiers aufzubauen und die Bedeutung von Gas für eine intelligente Sektorenkopplung weiter zu stärken.“ 

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