Pressemitteilung, 7. Okt 2021, 14:27

Bündnis: CO2-Strategie für einen klimaneutralen Industriestandort Deutschland

  • Bündnis setzt sich für Industriewende mit klimaneutraler, aber weiterhin wettbewerbsfähiger Produktion in Deutschland
  • Wasserstoffstrategie muss um eine deutsche CO2-Strategie und einen regulatorischen Rahmen ergänzt werden
  • Kehler: Wir brauchen eine Zukunftspartnerschaft für eine klimaneutrale Industrie, um Carbon Leakage wirksam zu stoppen und klimaschonenden Energieträgern und Technologien - wie Wasserstoff - einen schnellen Markthochlauf zu ermöglichen.“

Berlin, 07. Oktober 2021. Mit dem neuen Klimaschutzgesetz hat sich Deutschland zur Treibhausgasneutralität bis 2045 verpflichtet. Für die Industrie ist damit eine tiefgreifende industrielle Transformation verbunden, für die in der nächsten Legislaturperiode die ersten Voraussetzungen geschaffen werden müssen – parallel zur Energiewende brauchen wir eine Industriewende, die eine klimaneutrale, aber auch weiterhin wettbewerbsfähige Produktion in Deutschland ermöglicht.

Neben einer massiven Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien werden vor allen Dingen klimaneutraler Wasserstoff und die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 (CCU/CCS für industrielle Prozessemissionen und CO2-Senken) zentrale Säulen auf dem Weg der Industrie zur Klimaneutralität sein. Neben einer Wasserstoffstrategie brauchen wir deshalb auch eine deutsche CO2-Strategie und einen regulatorischen Rahmen, der die zeitnahe Implementierung dieser Technologien ermöglicht und befördert.

Das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) hat in seinem kürzlich veröffentlichten Bericht erneut auf die Notwendigkeit der CO2-Nutzung und -Speicherung zur Erreichung der weltweiten Klimaziele hingewiesen, insbesondere zur Vermeidung anders nicht minderbarer industrieller Prozessemissionen. Diese Ergebnisse spiegeln auch die Studienlage in Deutschland wider. Demnach sind die Abscheidung und Speicherung von CO2 aus Industrieprozessen, aus der Feuerung mit Biomasse und langfristig aus der Luft unverzichtbar, um die Klimaneutralität zu erreichen. Auf europäischer Ebene, u.a. in den Niederlanden, Großbritannien und Skandinavien werden solche Projekte derzeit geplant und befinden sich zum Teil bereits in der Umsetzung.

Die erforderlichen Technologien zur CO2-Speicherung sind bereits entwickelt und befinden sich weltweit seit vielen Jahren im Einsatz. Zudem ist die Nutzung von CO2 als Rohstoff (CCU) zu einem zentralen Element der Transformationsstrategie in einigen Bereichen geworden und kann wesentlich zu einer modernen CO2-Kreislaufwirtschaft beitragen. Die weitere technologische Entwicklung von CCU/CCS-Wertschöpfungsketten und der Aufbau neuer Infrastrukturen für CO2-Transport und -Speicherung schreiten international bereits voran – Deutschland darf hier nicht den Anschluss verlieren.

Viele Unternehmen stehen jetzt vor massiven Investitionsentscheidungen in die klimaneutrale Zukunft ihrer Standorte in Deutschland. Für die erforderliche Planungssicherheit brauchen sie den rechtlichen Rahmen und ein klares politisches Bekenntnis zu CCU und CCS als zentrale Technologien auf dem Weg zur Klimaneutralität. Dem Aufbau einer CO2-Transportinfrastruktur in Deutschland und Europa kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Die Infrastrukturen für Wasserstoff und CO2 sollten dabei zusammen gedacht und geplant werden, da hier in der Regel dieselben Akteure beteiligt sein werden und entsprechende Prozesse gebündelt werden können.

Damit die industrielle Transformation zur Klimaneutralität nicht ins Stocken gerät, müssen in der neuen Legislaturperiode zentrale Weichen gestellt werden.

Wir fordern die künftige Bundesregierung auf,

  • eine deutsche CO2-Strategie und einen regulatorischen Rahmen für CO2- Abscheidung, Transport und (Zwischen)speicherung zu erarbeiten, die u.a. den Aufbau einer nationalen und grenzüberschreitenden CO2-Transportinfrastruktur sowie die Beseitigung regulatorischer Hemmnisse für industrielle CCU- und CCS-Projekte mit dem Ziel der Klimaneutralität umfassen;
  • Klimaschutzverträge (CCfD) als zentrales Förderinstrument auch für industrielle CCU- und CCS-Projekte mit dem Ziel der Klimaneutralität einzuführen, um die Entwicklung von ersten CCU-/CCS-Industrie-„Clustern“ und so die Transformation zu unterstützen;
  • einen gesellschaftlichen Dialogprozess zu beginnen, um unterschiedliche Perspektiven zu Klimaschutztechnologien und zum notwendigen Wandel aufzugreifen und einen Ausgleich zu fördern.

Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Gas zu dem Bündnisaufruf: „Wir brauchen eine Zukunftspartnerschaft für eine klimaneutrale Industrie, um Carbon Leakage wirksam zu stoppen und klimaschonenden Energieträgern und Technologien - wie Wasserstoff - einen schnellen Markthochlauf zu ermöglichen. Hierzu gehört auch die Entwicklung einer CO2-Strategie, die auf der Basis eines breiten gesellschaftlichen Konsenses getragen wird. Die Klima-Uhr tickt, deswegen fordern wir als Bündnis die Aufnahme einer CO2-Strategie in die Koalitionsverhandlungen.“

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