CNG – ein sicherer und sauberer Kraftstoff

CNG-Autos sind umweltschonend und sicher

CNG-Autos machen vor allem Spaß: Eine gute Klimabilanz, geringe Geräuschbelastung, günstige Betriebskosten und kaum teurer als herkömmlich betriebene Fahrzeuge. Wer mit Bio-CNG fährt, ist zudem nahezu klimaneutral unterwegs. Denn dann wird nur genau so viel Kohlendioxid ausgestoßen, wie bei der Produktion dieses grünen Kraftstoffes zuvor durch Photosynthese in Sauerstoff umgewandelt wurde.

Da Erdgas nahezu rückstandsfrei verbrennt, wird auch die Feinstaub- und Stickoxidbelastung nahezu gänzlich vermieden – ein zusätzliches Plus für den Stadtverkehr. Insbesondere der Öffentliche Personennahverkehr setzt deshalb vielerorts, auch wegen des günstigen Kraftstoffpreises, auf Erdgas.

CNG-Fahrzeuge sind sicher

Ein mit Erdgas, also CNG betriebenes Fahrzeug ist ebenso sicher, wie jedes andere Auto auch. Es sind vor allem die Tanks, die zu den stabilsten und sichersten Komponenten eines Fahrzeugs – und zu den meist geprüften – gehören. Der TÜV testet Erdgas-Tanks auf einen Druck von 600 bar. Und das, obwohl der Betriebsdruck lediglich 200 bar beträgt.

Zudem wird das CNG dank eines Sicherheitsventils, beispielsweise im Falle eines Unfalls, kontrolliert abgelassen. Ein NCAP-Crashtest des ADAC am Beispiel eines Opel Zafira erwies eindrucksvoll die hohe Sicherheit von Erdgas betriebenen Fahrzeugen.

Die ECE Regelung R 110 bezeichnet einen Katalog von international vereinbarten, einheitlichen technischen Vorschriften und Prüfverfahren für Fahrzeuge, Teile und Ausrüstungsgegenstände. Generell müssen Erdgas-Tankbehälter unterschiedliche Anforderungen erfüllen, bevor sie für die Serienproduktion zugelassen werden. Dazu gehören verschiedene Druck-, Berst- und Bruchprüfungen sowie die Feuerschutz-Prüfung bei mindestens 590 Grad Celsius und die Durchschlag-Prüfung mit einem Hartkerngeschoss.

Darüber hinaus gibt es bei der Fertigung von Erdgas-Tankbehältern eine zerstörungsfreie Prüfung an allen Zylindern sowie eine stichprobenartige Zerstörungsprüfung. Zur zerstörungsfreien Prüfung eines jeden Zylinders gehört: die Härteprüfung, die Ultraschallprüfung, um Risse auszuschließen, sowie die hydraulische Prüfung, um die Dichtheit zu gewährleisten. Bei der stichprobenartigen Zerstörungsprüfung werden die Behälter einer Zug- und Aufprallprüfung sowie Druck- und Berstprüfungen unterzogen.

Das Parken von Erdgas-Autos ist in Parkhäusern und Tiefgaragen nach den Länderbauordnungen in allen Bundesländern erlaubt. Das Hausrecht stellt aber jedem Parkhausbesitzer frei, welchen Fahrzeugen er Einfahrt gewährt und welchen nicht.

Die Wartung eines CNG-Fahrzeugs unterscheidet sich nicht wesentlich von der eines Benziners. Dies gilt auch für die Inspektionsintervalle. Fragen zur Inspektion beantworten die jeweiligen Fahrzeughersteller. Bei allen Kraftfahrzeugen, die entweder serienmäßig mit einer Gas-Anlage ausgerüstet sind oder bei denen ein Gas-System nachgerüstet wurde, müssen die Gas-Anlagen einer wiederkehrenden Prüfung unterzogen werden, der sogenannten Gas-Anlagenprüfung (GAP). Diese wird in der Regel im Zuge der Hauptuntersuchung (HU) durchgeführt.

Wird ein Fahrzeug bei einer staatlich anerkannten Prüforganisation zur HU angemeldet und dabei festgestellt, dass es sich um ein Erdgas-Fahrzeug handelt, dann wird auch gleich die GAP durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine Sichtprüfung, bei der alle Bauteile (Leitungen, Ventile, Druckbehälter, Verbindungsstücke) auf Vollständigkeit, Funktion und Dichtigkeit geprüft werden. Die GAP wird zudem separat fällig, wenn die Anlage repariert oder das Auto zum Beispiel durch einen Unfall beschädigt wurde, um auszuschließen, dass die Sicherheit der Gas-Anlage beeinträchtigt sein könnte. Die Prüfung der Gas-Anlage führen die staatlich anerkannten Prüforganisationen durch.

Seit dem 1. April 2006 sind alle Vorschriften zur Genehmigung und zur Überprüfung von Gas-Anlagen zum Antrieb von Kraftfahrzeugen in die Straßenverkehrs-Zulassungsverordnung (StVZO) übernommen worden. Gas-Anlagen, die in Serienfahrzeugen mit Erdgas-Antrieb eingebaut sind, müssen aufgrund ECE-R 110, der internationalen Vorschrift für Fahrzeuge, bauartgenehmigt sein.

Gemäß ECE-R110 müssen geprüfte Behälter, falls vom Hersteller nicht anders angegeben, erstmals nach 10 Jahren geprüft werden. Jedoch geben die Hersteller für aktuelle Modelle eine Nutzungsdauer von 20 Jahren an, was in der Regel die Lebensdauer eines PKW überschreitet. Für diese Zeit ist keine Druckbehälterprüfung mehr erforderlich. Die Lebensdauer von CNG-Druckbehältern ist generell auf 20 Jahre beschränkt. Bei der Druckbehälterprüfung wird zum einen eine endoskopische Innenprüfung auf Korrosion und Risse durchgeführt und zum anderen eine Festigkeitsprüfung (Volumenexpansionsprüfung). Hierfür müssen die Behälter meist demontiert werden.

Bei älteren Erdgas-Fahrzeugen (vor Baujahr 2006) besteht die Möglichkeit, dass die Gas-Anlage nicht nach den Vorgaben der  ECE-R110 gefertigt und geprüft wurde. In diesem Fall kommt die nationale Druckbehälter-Ordnung und das Merkblatt VdTÜV 757 zum Tragen. Nach dieser Verordnung gilt für die Druckbehälterprüfung, dass Stahlbehälter je nach Herstellerangaben erstmalig nach 5 bzw. 10 Jahren geprüft werden müssen. In der Regel ist der Prüfzeitpunkt in den Gas-Behältern eingeschlagen bzw. in den Fahrzeug-Begleitpapieren dokumentiert. Vor diesem Hintergrund ist beim Gebrauchtwagen-Kauf darauf zu achten, ob die Druckbehälterprüfung bereits durchgeführt worden ist oder wann diese fällig wird. Die staatlich anerkannten Prüforganisationen können hierzu Auskunft geben.

Von Erdgas-Autos geht keine erhöhte Gefahr aus. Moderne Gas-Fahrzeuge werden direkt von den Fahrzeugherstellern entwickelt und vermarktet. Im Gegensatz zu Flüssiggas bzw. LPG (Butan-Propan Gemisch) handelt es sich dabei nicht um Nachrüstungen ohne Gewährleistungsansprüche, falls es zu Motorschäden kommt. Die stabilste Komponente des Fahrzeuges ist der Erdgas-Tank, der auf einen Betriebsdruck von 200 bar ausgelegt ist. Die Sicherheitsprüfung des TÜV schreibt für die Fahrzeugtanks sogar einen Berstdruck von 600 bar vor, dem die Behälter standhalten müssen. Die allgemein auftretenden Belastungen durch mechanische Kräfte bei Unfällen werden damit bei weitem überschritten. Sicherheitsventile sorgen bei Hitzeentwicklung oder einem Druckanstieg für ein kontrolliertes Abblasen des Erdgas. Selbst beim Entweichen großer Gas-Mengen besteht keine Explosionsgefahr, denn Erdgas ist leichter als Luft und verflüchtigt sich sofort in der Atmosphäre. Ein Flaschenventil besteht aus:


•    Elektrische Abschaltung (Magnetventil)
•    Berstscheibe
•    Manuelle Abschaltung
•    Schmelzsicherung
•    Integriertes Rückschlagventil

Aber nicht nur die Kraftstoffbehälter sind passgenau an der Unterseite des Fahrzeugs integriert. Darüber hinaus werden auch die höheren Verbrennungstemperaturen von Gas durch höherwertige Materialen und ein passendes Kühlsystem berücksichtigt. Weiter werden der Verbrennungsraum und der Zündzeitpunkt für Gas angepasst. Durch die deutlich höhere Oktanzahl von Gas, kann auch die Verdichtung erhöht werden, was weitere Effizienzsteigerungen mit sich bringt.

Erdgas ist weder toxisch noch krebserregend. Zur Wahrnehmung von austretendem Erdgas wird diesem ein durchdringender Geruchsstoff beigemischt. Der ungefährliche Stoff ist stark riechend und wird so bereits bei einer Konzentration von einem Prozent – und damit weit unter der Gefahrengrenze (5 bis 16 Prozent) – wahrgenommen.

Nachhaltige kommunale Mobilität

CNG kommt nicht nur in privaten Autos, sondern auch bei leichten und schweren Nutz­fahr­zeu­gen zum Ein­satz, z.B. in Busse des ÖPNV. in gewerblichen Fahrzeugen wie Pritschen und LkW sowie in Müll­sam­mel­-Fahr­zeuge. So lassen sich auch in Kommunen, im Öffentlichen Personennahverkehr und in der Logistik Nachhaltigkeit und Mobilität effizient miteinander vereinen.

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