Mit Gas in die klimaneutrale Zukunft

Seit vielen Jahrzehnten ist Erdgas einer der wichtigsten Energieträger für unser Land: 21 Millionen Haushalte und 1,8 Millionen Industrie- und Gewerbebetriebe in Deutschland setzen auf günstiges und komfortables Erdgas. Diese Rolle wird Gas auch in Zukunft übernehmen: allerdings nicht mehr als konventionelles Erdgas, sondern als klimaneutrales grünes Gas. Damit kann der Energieträger seine vielen Vorteile – Vielseitigkeit, Zuverlässigkeit, Effizienz in der Anwendung – auch morgen und übermorgen ausspielen, aber eben nahezu ohne klimaschädliche CO2-Emissionen.

Bausteine der Energiewende:

Erdgas und grünes Gas

Deutschland hat sich dazu verpflichtet, die Klimaziele 2045 zu erreichen. Dazu gehört ein klimaneutrales Energiesystem. In diesem System sind Erdgas und grünes Gas wichtige Bestandteile: Erdgas und seine Anwendungen als Transformationstechnologien in das klimaneutrale Zeitalter, grünes Gas als zuverlässiger erneuerbarer Energieträger.

Erdgas ist der klimaschonendste unter den konventionellen Energieträgern. Deshalb erzeugt eine moderne Gas-Brennwertheizung in einem Einfamilienhaus zum Beispiel 43 Prozent weniger CO2 als eine Ölheizung. Außerdem kann Erdgas vielseitig eingesetzt werden:

Erdgas ist ein perfekter Partner für die Erneuerbaren. Eine Kombination aus einer Gas-Heizung und einer Solarthermieanlage reduziert die CO2-Emissionen beim Heizen noch einmal deutlich. Schon heute funktioniert Klimaschonung am besten mit Erdgas.

Gas muss klimaneutral werden – wir sind bereit

Klimaschonung wird in Zukunft aber nicht mehr ausreichen: Auch der Energieträger selbst muss sich verändern, Gas muss klimaneutral werden. Die deutsche Gas-Wirtschaft ist sich dessen bewusst und hat die Transformation zum grünen Gas bereits erfolgreich eingeleitet. Mit klimaneutral erzeugtem Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen steht bereits eine erneuerbare Variante zur Verfügung. Mithilfe von Ökostrom erzeugter bzw. dekarbonisierter Wasserstoff ist ebenfalls klimaneutral und kann ohne Probleme bis zu einem Anteil von 20 Prozent dem Gas im Gas-Netz beigemischt werden. Synthetisches Gas (SNG) ist aus Wasserstoff hergestelltes Gas, das dieselben Eigenschaften besitzt wie das klassische Erdgas von heute – mit dem wichtigen Unterschied der Klimaneutralität.

Klimaneutralität geht nur gemeinsam

Die Transformation der Gas-Versorgung ist Teil der Energiewende und gehört damit zu einer enormen Anstrengung, die die gesamte Gesellschaft und alle Sektoren unserer Wirtschaft betrifft. Sie erfordert namhafte Investitionen und kann nicht ohne staatliche Unterstützung und Investitionshilfen vonstattengehen. Der beste Weg zur Erreichung dieses und der weiteren Klimaziele sind technologieoffene Ansätze. Dabei müssen alle Wirtschaftssektoren einen aktiven Beitrag leisten, u.a.:

  • Für das gesamte Wirtschaftssystem: Investitionen in neue umweltfreundliche Technologien
  • Für eine moderne Industriegesellschaft: Unterstützung der Unternehmen bei Klima-Innovationen
  • Für zukunftsfähige Mobilität: Einführung und Förderung umweltfreundlicherer Formen des privaten und öffentlichen Verkehrs
  • Für einen klimaneutralen Wärmemarkt: Erhöhung der Energieeffizienz von Gebäuden
  • Für ein CO2-neutrales Europa: Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zur Verbesserung weltweiter Umweltnormen

Fast 200 Jahre Erfahrung

Die Energiewirtschaft bringt ein sehr hohes Maß an Kompetenz und Erfahrung für die Erreichung der Klimaziele mit: Sie liefert die Energie, mit der klimaneutraler Wasserstoff produziert werden kann, und sie betreibt die Infrastruktur, mit der der Energieträger der Zukunft zu den Verbrauchern transportiert und bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden kann.

Wasserstoff

Wasserstoff gilt als der Energieträger der Zukunft. Was macht ihn so besonders und wofür wird er verwendet?

Synthetisches Gas

Synthetisches Gas ist die Speicherlösung für erneuerbaren Strom, der nicht in das Netz eingespeist werden kann.

Biogas

Mit erneuerbaren Biogas ist bereits schon klimaneutrales Heizen, kochen und auch Auto fahren möglich.

Fundamente für den Umbau der Gas-Wirtschaft

Wie kann die Transformation hin zu klimaneutralem grünem Gas gelingen? Dafür sind die passenden Rahmenbedingungen notwendig. Die Gas-Wirtschaft hat dazu umfassende und zielführende Vorschläge gemacht:

  • In einem ersten Schritt sollten alle Gesetze und Maßnahmen, die das Energiesystem betreffen, auf den Prüfstand gestellt und konsequent an einer möglichst großen CO2-Einsparung ausgerichtet werden.
  • Der Ausbau des Anteils an grünem Gas sollte vorrangig im Verkehrs- und Wärmemarkt stimuliert werden, und zwar über Instrumente, die sich an der Nachfrage orientieren.
  • Ergänzt werden sollte die Nachfrageorientierung durch ein strategisches, politisch verankertes Ausbauziel für grünes Gas. Dadurch werden grünes Gas und die für seine Verbreitung und Nutzung notwendigen Infrastrukturen auf eine gesicherte und zukunftsfähige Basis gestellt.
  • Grünes Gas aus der Power-to-Gas-Technologie wird mit Strom erzeugt. Dieser Strom ist aber derzeit noch extrem hoch mit Abgaben und Gebühren belastet. Im Energierecht werden Power-to-Gas-Anlagen wie sogenannte Letztverbraucher behandelt, deshalb trifft sie die volle Höhe von Stromsteuer, EEG-Umlage und eines Teils der Netzentgelte. Diese Abgabenbelastung ist ein großes Hemmnis für den wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen, das der Gesetzgeber leicht beseitigen könnte.
  • Grünes Gas wird nicht nur in Deutschland erzeugt, sondern auch in vielen unserer Nachbarländer, denn ein energiehungriges Land wie das unsere wird weiterhin auf Importe angewiesen sein. Ein rechtzeitiger Um- und Ausbau der europäischen Gas-Infrastruktur und der zukunftsorientierte Aufbau von Kooperationen mit unseren Nachbarn und Handelspartnern im Hinblick auf eine auch in Zukunft zuverlässige Versorgung sollten daher dringend auf den Weg gebracht werden.
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