Klimaneutral wohnen

Herausforderung Wärmewende erfolgreich meistern

Die Bundesregierung setzt bei der Minderung von CO2 in Wohn­gebäuden im Großen und Ganzen auf drei Säulen: eine höhere Energie­effizienz, die Ver­besserung der An­lagen­technik und den Ein­satz Er­neuer­barer Energien. Mit der Ver­besserung der Gebäude­effizienz durch die ener­getische Sanierung der Gebäude­hülle sowie der Inte­gration Er­neuer­barer Energien mittels elektrischer Wärme­erzeuger stehen zwei Maß­nahmen für die De­kar­bo­nisierung des Wärme­marktes besonders im Fokus.

Studie "Klimaneutral wohnen"

Mit der Studie "Klimaneutral Wohnen", richtet Zukunft Gas den Blick auf den Wohngebäudesektor. Basisjahr für die Betrachtungen ist das Jahr 2020. Konkret wurde die Frage unter­sucht, wie Klimaneutralität im deutschen Wohngebäudebestand bis zum Jahr 2050 erreicht werden kann.

Die vorliegende Studie stellt keine Prognose dar, sondern beschreibt basierend auf einer computer­gestützten Simulation ein mögliches Entwicklungs­szenario für Klimaschutz im Wohn­gebäude­bereich. Unter Berück­sichtigung des sehr hetero­genen Wohn­gebäude­bestands in Deutschland und der finanziellen Handlungs­spielräume der Gebäude­eigen­tümer wird mit dieser Studie der Frage nachgegangen, wie das klima­neutrale Wohnen bis zur Mitte dieses Jahrhundert gelingen kann.

44 Prozent weniger CO2 in 10 Jahren

Der Gebäude­sektor ist der viertgrößte CO2-Emittent und hat im Jahr 2020 120 Mio. Tonnen CO2 aus­ge­stoßen. Die vorgesehene Jahresemissionsmenge von 118 Millionen Tonnen CO2 wurde knapp verfehlt. Das CO2-Reduktionstempo muss mit Blick auf die Zielmarke von 67 Mio Tonnen CO2 in 2030 deutlich erhöht werden. Proble­matisch sind nicht so sehr die jährlich rund 100.000 Neu­bauten mit etwa 280.000 – 300.000 Wohn­einheiten, sondern der deutsche Gebäudebe­stand mit über 40 Millionen Wohn­ein­heiten. Rund 70 Prozent aller deutschen Wohngebäude wurden gebaut, bevor die erste Wärmeschutzverordung in Kraft getreten ist. Das war im Jahr 1977.

Heterogenität des Gebäudebestands muss berücksichtigt werden

Der Wohngebäudebestand in Deutschland umfasst rund 18 Millionen Gebäude unterschiedlicher Größe, Bauweise und Altersklasse mit einer breiten Streuung beim Energiebedarf. Den Energiebedarf dieser heterogenen Ansammlung zu senken, indem die Gebäude schnellstmöglich baulich saniert werden, wäre eine immens große Aufgabe:

  • 36 Prozent des Gebäudebestands sind unsaniert.
  • Nur 13 Prozent sind vollsaniert bzw. handelt es sich um Neubauten.
  • Die Sanierungsrate liegt bei rund 1 Prozent pro Jahr und lässt sich nicht ohne Weiteres steigern.


Dieser Gebäudevielfalt muss eine Vielfalt an Lösungen für eine höhere Energieeffizienz und weniger CO2 gegenüberstehen. Nur so kann der Wärmemarkt das Klimaziel 2030 erreichen.

Heute klimaschonend, morgen klimaneutral wohnen

Mehr als die Hälfte der Heizungen in Deutschland ist veraltet, damit ineffizient und erzeugt deutlich mehr CO2 als nötig. In rund einem Viertel aller Haushalte in Deutschland sind noch Öl-Heizungen im Einsatz. Im Gebäudesektor werden die Klimaschutzpotenziale bei weitem nicht ausgeschöpft. Durch den Austausch alter Kessel gegen moderne Gas-Technologien ließen sich diese Potenziale schnell und bezahlbar heben. Moderne Gas-Heizungen sind H2-ready, bereits heute können sie bis zu 20 Prozent Wasserstoffbeimischung problemlos verarbeiten. Durch die Verwendung von Biogas ist klimaneutrales Wohnen schon heute möglich. 

Der heutige Energieträger Erdgas wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten durch grünes Gas ersetzt. Grünes Gas ermöglicht die Entwicklung des Wohngebäudebereichs hin zur Klimaneutralität: einerseits durch den wachsenden Anteil von Biogas, andererseits durch den universell einsetzbaren Energieträger Wasserstoff.

Wasserstoff

Wasserstoff gilt als der Energieträger der Zukunft. Was macht ihn so besonders und wofür wird er verwendet?

Synthetisches Gas

Synthetisches Gas ist die Speicherlösung für erneuerbaren Strom, der nicht in das Netz eingespeist werden kann.

Biogas

Mit erneuerbaren Biogas ist bereits schon klimaneutrales Heizen, kochen und auch Auto fahren möglich.

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