Pressemitteilung,

Zukunft ERDGAS zu Medienberichten über ein Aus für Erdgasautos beim Volkswagen Konzern

  • Potenzial für schnellen Umwelt- und Klimaschutz verschenkt
  • Letzte Chance für Gasantrieb durch Prüfung der CO2-Flottenregulierung im Sommer 2021
  • Kehler: „Wir bedauern die Entscheidung von Volkswagen sehr. Damit legt der Konzern alle Eier in einen Korb.“

Berlin, 3. März 2020. Laut Medienberichten gibt der Volkswagen Konzern die Entwicklung neuer Erdgas-Pkw auf. Dies habe Herbert Diess, Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen AG, auf einem Führungskräftetreffen vor einigen Wochen in Berlin angekündigt. Die Entscheidung wurde gestern laut Medienberichten seitens des Konzerns nochmals bekräftigt. Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS, zu der Meldung:

„Wir bedauern die Entscheidung von Volkswagen sehr, die von vielen Experten als besonders umweltschonend bewertete Antriebsalternative einzustellen. Auslöser für den Schritt sind die neuen EU-Vorschriften zum Klimaschutz für Fahrzeughersteller. Wegen der seit diesem Jahr geltenden verschärften Grenzwerte müssen europäische Fahrzeughersteller die CO2-Emissionen ihrer Flotten deutlich reduzieren. Bei Nichteinhaltung drohen ab 2021 massive Strafzahlungen, welche für Konzerne wie Volkswagen in Milliardenhöhe steigen können.

Die Ursache ist jedoch früher zu suchen – und zwar als die CO2-Flottenregulierung aufgesetzt wurde. Die Bundesregierung hätte sich damals für eine realistische Berechnung der Emissionen einsetzen können. Dann hätten auch umwelt- und klimaschonende Gasfahrzeuge heute die Möglichkeit, ihre Vorteile auszuspielen. Auch die Fahrzeughersteller haben sich bei den entsprechenden Gesprächen in Brüssel nicht klar positioniert. Diese Gelegenheiten wurden zu unserem großen Bedauern versäumt – mit schweren Folgen für den Gasantrieb.

Elektrofahrzeuge werden in der aktuell geltenden EU-Regulierung als Null-Emissionsfahrzeuge angeführt und damit gegenüber anderen Antriebsalternativen stark bevorzugt. Die Nutzung von Biogas als Kraftstoff wird hingegen nicht begünstigt. Doch die Emissionen nur am Auspuff zu messen ist Augenwischerei. Wer schnellen Klimaschutz will, muss auch die Erzeugung des Kraftstoffs ins Auge fassen. Mit Biogas oder synthetischem Gas im Tank fährt man bereits heute nahezu klimaneutral. Die EU-Vorschrift verkennt dieses Potenzial.

In Deutschland kann man bereits an knapp einem Drittel der Tankstellen Biogas tanken, Tendenz steigend. Insbesondere die positive Entwicklung der Nutzfahrzeuge mit Erdgasantrieb sorgen für Stabilität beim Tankstellenabsatz. Zudem profitieren Verbraucher aufgrund der niedrigen Gaspreise von der kostengünstigen Alternative.

Laut Volkswagen sind auch die niedrigen Verkaufszahlen Grund für die Entscheidung. Tatsächlich sind diese aber deutlicher Ausdruck des fehlenden Vertrauens der Kunden. Wesentliche Ursache hierfür war die unklare Haltung der Politik zur Gasmobilität. Die so entstandene Verunsicherung hat sich auf den Handel und schlussendlich auch auf den Kunden übertragen.

Klar ist aber auch, dass es bei der jetzt bekannt gewordenen Entscheidung von Volkwagen um die langfristige Ausrichtung des Konzerns geht. Kurz- bis mittelfristig ändert sich für Kunden nichts. So sollen sich immer noch mehrere neue CNG-Modelle der Konzernmarken kurz vor der Markteinführung befinden, darunter der VW Golf, der Audi A3, der Seat Leon und der Caddy.

Positiv kann sich die Prüfung der CO2-Flottenregelung auswirken, die durch den European Green Deal auf Mitte des Jahres 2021 vorgezogen wurde. Hier bietet sich für die EU die Chance auf eine Kurskorrektur. Wenn sie eine Anrechnung von Biogas und synthetisch erzeugtem Erdgas durchsetzt, werden sich auch die langfristigen Perspektiven für Gasfahrzeuge ändern – womöglich auch beim Volkswagen Konzern. Bevor also der Gasantrieb totgesagt wird, sollte die Überprüfung der EU-Flottenregulierung abgewartet werden.“

Zukunft Gas ist der Bran­chen­ver­band der deut­schen Gas-Wirt­schaft. Er bün­delt die In­te­res­sen der Mit­glie­der und tritt ge­gen­über Öf­fent­lich­keit, Po­li­tik und Ver­brau­chern auf. Ge­mein­sam mit den Mit­glieds­un­ter­neh­men setzt sich der Ver­band da­für ein, dass die Po­ten­zi­a­le des Ener­gie­trä­gers so­wie der be­ste­hen­den Gas­in­fra­struk­tur ge­nutzt wer­de, und in­for­miert über die Chan­cen und Mög­lich­kei­ten, die Erd­gas und grü­nes Gas wie Was­ser­stoff und Bio­gas für un­se­re Ge­sell­schaft bie­ten. Ge­tra­gen wird der Ver­band von füh­ren­den Un­ter­neh­men der Gas-Wirt­schaft. Wei­te­re Bran­chen­ver­bän­de und die Heiz­ge­rä­te­in­dus­trie un­ter­stüt­zen Zukunft Gas als Part­ner.

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