Pressemitteilung, 8. Jul 2020, 13:37

Europäische Wasserstoffstrategie: Ähnlicher Impuls wie die Montanunion vor siebzig Jahren

  • Priorität liegt auf erneuerbarem Wasserstoff aus Wind und Sonne
  • Die Strategie stärkt auch die CO2-neutrale Erzeugung aus Erdgas für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft
  • Kehler: „Die EU hat heute die Weichen für eine europaweite Nutzung von Wasserstoff gestellt. Dies kann der Gemeinschaft einen ähnlichen Impuls geben wie die Montanunion vor 70 Jahren. Mit Erdgas und der Gasinfrastruktur können wir klimaschonend und bezahlbar in die Wasserstoffzukunft einsteigen.“

Berlin, 8. Juli 2020. Heute hat die Europäische Kommission ihre Wasserstoffstrategie veröffentlicht. Ähnlich wie die deutsche Strategie setzt sie ein klares Signal zur Erzeugung und Nutzung von grünem Wasserstoff, allerdings wird die Herstellung von CO2-neutralem Wasserstoff aus Erdgas für den wettbewerbsfähigen und technologieoffenen Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft hervorgehoben.

„Europa hat erkannt: Elektrifizierung allein wird nicht ausreichen, um die Klimaneutralität zu erreichen. Wasserstoff wird zur zweiten Säule der zukünftigen Energiestrategie und zum festen Bestandteil des europäischen Energiemixes“, erklärt Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS. „Die Europäische Kommission hat heute die Weichen gestellt, um in allen Sektoren in eine klimaschonende und bezahlbare Wasserstoffzukunft einzusteigen. Wichtig dabei ist: Sie hat sich nicht auf nur eine Wasserstofftechnologie festgelegt. Die Erzeugung von CO2-neutralem Wasserstoff durch Erdgas wird auch berücksichtigt.“

Die Strategie beruft sich dabei auf Kosten der verschiedenen Erzeugungspfade des Energieträgers. Während für fossilen Wasserstoff 1,50€/kg veranschlagt wird, schätzt die Kommission die Kosten für CO2-neutralen Wasserstoff aus Erdgas auf 2€/kg. Die Ökostromvariante hingegen kann bis zu 5,50€/kg kosten. Schon bei einer Verdopplung des CO2-Preises würde CO2-neutraler Wasserstoff aus Erdgas wettbewerbsfähig gegenüber der konventionellen Wasserstofferzeugung werden. Als Mechanismen zur Förderung beschreibt die Strategie entsprechend Anpassungen im europäischen Emissionshandelssystem ETS. Zudem werden CO2-Differenzkontrakte („carbon contracts for difference“) sowie direkte Beihilfen vorgeschlagen.

„Auch die Schaffung von Marktregeln für die Nutzung der Gasinfrastruktur ist ein wichtiges Signal, um eine Wasserstoffwirtschaft bezahlbar zu gestalten. Das Gasleitungsnetz des europäischen Binnenmarktes wurde in den letzten 15 Jahren bestens ausgebaut und integriert. Somit kann der Energieträger Wasserstoff Europa im Sinne einer Montanunion 2.0 verbinden und zur Dekarbonisierung beitragen“, so Kehler abschließend.

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