Der große Vergleich: CNG oder LPG?

Fahren mit Gas

LPG und CNG sind Kraftstoffe, die die konventionellen, also aus Mineralöl hergestellten Flüssigkraftstoffe ersetzen können. Zwischen den beiden Kraftstoffen gibt es jedoch Unterschiede. Wir klären über die gängigsten Unterschiede auf.

Flüssiggas kennen die meisten vom Campingurlaub oder vom Grillen. Hier kommt es in Flaschen, als sogenanntes Flaschengas zum Einsatz, wenn keine Strom- oder Erdgas-Versorgung möglich ist. 1,5 Prozent aller Heizungsanlagen in Deutschland werden mit Flüssiggas betrieben, besonders in Wasserschutzgebieten. Da Flüssiggas leitungsungebunden ist, muss ein Tank im Garten aufgestellt werden.

LPG ist nicht zu verwechseln mit CNG – Compressed Natural Gas. CNG ist Erdgas, besteht überwiegend aus Methan und wird direkt aus dem Boden gefördert und ist ohne nennenswerte Aufbereitungsschritte nutzbar. Rund 50 Prozent der Heizungsanlagen in Deutschland werden mit Erdgas betrieben. Da Erdgas ein leitungsgebundener Energieträger ist, gelangt dieser bequem durch die sehr gut ausgebaute Infrastruktur direkt zu den Haushalten und Tankstellen.

Autogas oder Erdgas tanken

Grundsätzlich läuft der Tankvorgang gleich ab, auch wenn Autogas flüssig und CNG gasförmig ist. Das der falsche Kraftstoff getankt wird, ist nahezu ausgeschlossen. Zum einen sind die Zapfsäulen eindeutig mit LPG und CNG gekennzeichnet. Zum anderen unterscheiden sich die Zapfpistolen deutlich voneinander – eine CNG-Zapfpistole wird nicht auf den Füllstutzen eines LPG-Fahrzeuges passen.

Autogas oder Erdgas

Alternative Antriebe im Vergleich

LPG – Liquefied Petroleum Gas, auch Autogas genannt – ist im Gegensatz zu CNG kein alternativer Kraftstoff, denn es fällt als Nebenprodukt bei der Förderung und Verarbeitung von Rohöl an. Die Verfügbarkeit ist somit unmittelbar an die Produktion von Öl gebunden. Flüssiggas wird auch als Autogas bezeichnet und ist ein Gemisch aus Propan und Butan.

Antrieb mit LPG

Autogas wird mit einem Druck von 6-8 bar im Fahrzeugtank in flüssiger Form gespeichert. Da es unterschiedliche Zapfpistolen gibt, ist ein Adapter notwendig. Beim Tankvorgang selbst muss permanent der sogenannte Totmannknopf gedrückt werden. Der Preis für einen Liter Autogas liegt zwischen 50 und 60 Cent. Der Verbrauch fällt jedoch aufgrund des geringeren Energiegehalts rund 20 Prozent höher aus als bei einem vergleichbaren Benziner. Der Betrieb mit Autogas ist erst ab einer Kühlwassertemperatur von 30 °C möglich. Zum Start des Autogas-Fahrzeuges wird ca. ein halber Liter Benzin benötigt, um das Kühlwasser auf Temperatur zu bringen. Die Fahrzeuge ab Werk gibt es somit nur als bivalente Ausführung. Meist werden jedoch bestehende Benzinfahrzeuge auf LPG umgerüstet. Dafür wird der Flüssiggastank in der Ersatzradmulde im Kofferraum verbaut. Der Umbau auf Autogasbetrieb kostet je nach Fahrzeuggröße und Zylinderanzahl bis zu 3.500 Euro.

Antrieb mit CNG

CNG – also Erdgas – wird gasförmig im Tank gespeichert. Der Tankvorgang ist sehr einfach: Es wird nur CNG in den Tank abgegeben, wenn die Zapfpistole korrekt angeschlossen und verriegelt wurde. Umgerechnet auf einen Liter Benzin kostet CNG ca. 70 Cent. Auf den ersten Blick ist das an der Tankstelle nicht erkenntlich, da der Preis für Erdgas in Kilogramm und nicht in Liter angegeben wird. Da der Energiegehalt von Erdgas mit 13,3 kWh/kg nahezu doppelt so hoch ist als der Energiegehalt von Autogas mit 6,8 kWh/l, spart man mit einem CNG-Auto nicht nur bei den umweltschädlichen Emissionen, sondern auch an der Zapfsäule. Das Fahren mit CNG ist auch günstiger als das Fahren mit Autogas: Durchschnittlich verbraucht ein Erdgas-Fahrzeug fünf kg auf 100 Kilometer. Erdgas wird häufiger in Neuwagen eingesetzt – viele Hersteller bieten ausgereifte Fahrzeuge mit Erdgas-Antrieb an.

 

LPG oder CNG? Welcher Kraftstoff ist am günstigsten?

Umweltschonend fahren mit Gas-Antrieb – Welcher Kraftstoff ist klimaschonender?

Rund 450.000 Fahrzeuge in Deutschland fahren mit Gas-Antrieb. Der weitaus größere Teil davon, nämlich etwa 350.000.000, wird mit Autogas, auch als LPG bekannt, betrieben. Was den Ausstoß von Kohlendioxid und Rußpartikeln angeht, sind beide Kraftstoffarten umweltschonender als ein herkömmlicher Benziner. Jedoch hat CNG im direkten Vergleich die Nase vorn. Erdgas verursacht bis zu 35 Prozent weniger CO2 (bei einer Biogas-Beimischung von 20 Prozent), Autogas liegt leicht darunter. Feinstaub wird von Erdgas-Fahrzeugen nahezu gar nicht emittiert.

In Bezug auf die Umwelt liegt der große Vorteil von Erdgas in der vorhandenen Zukunftsperspektive. Denn durch die Beimischung von Biogas und synthetischen Erdgas verbessern die CNG-Fahrzeuge ihre Ökobilanz deutlich. Eine Möglichkeit, die Autogas nicht bietet. Im Namen LPG – Liquid Petroleum Gas – ist die Herkunft versteckt. Es handelt sich um ein Nebenprodukt der Erdölverarbeitung. Biogenes Autogas muss in einem komplexen Verfahren, z. B. bei der Biodiesel-Produktion hergestellt werden und wird es nicht es im kommerziellen Umfang geben. 100 Prozent erneuerbares Bio-CNG wird bereits heute an über der Hälfte der CNG-Tansktellen in Deutschland getankt.

Umweltschonende Gas-Fahrzeuge

Umweltschonender als Benzin- oder Dieselfahrzeuge sind beide Gas-Kraftstoffe. Die Stickoxide und Feinstaube werden durch Autogas- und Erdgas-Fahrzeuge deutlich reduziert. CNG sorgt für rund 23 Prozent weniger CO2-Emissionen als Benzin, Autogas reduziert diese nur um etwa 10 bis 15 Prozent. Dieser Umweltbonus wird auch steuerlich belohnt: Da Erdgas-Fahrzeuge wesentlich zur Verbesserung der Luftqualität beitragen und damit die Erreichung der Klimaziele unterstützen, gilt für den alternativen Kraftstoff CNG bis 2026 ein ermäßigter Steuersatz. Der auch für Autogas geltende ermäßigte Steuersatz läuft 2022 aus.

CNG weist im Gegensatz zu Autogas bereits heute eine regenerative Komponente auf. Zudem wird CNG zunehmend durch Biogas und Power-to-Gas zu 100 Prozent ersetzt. Mehr als die Hälfte aller CNG-Tankstellen bieten bereits heute 100 % Biogas an, welches ausschließlich aus Rest- und Abfallstoffen hergestellt wurde.