BHKW Förderung und Wirtschaftlichkeit

KWK-An­la­gen sind für Ge­bäu­de mit ei­nem kon­ti­nu­ier­lich ganz­jäh­ri­gen und gleich­zei­ti­gen Strom- und Wär­me­be­darf, wie bei­spiels­wei­se Kran­ken­häu­ser, Ho­tels, Schwimm­bä­der oder grö­ße­re Wohn­ge­bäu­de, aus­ge­legt. Mit ei­nem BHKW wird das ein­ge­setz­te Erd­gas oder grü­ne Gas be­son­ders ef­fi­zient für die zeit­glei­che Er­zeu­gung von Wär­me und Strom ge­nutzt. Dies wirkt sich po­si­tiv auf die Ener­gie­kos­ten aus. Un­ter güns­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen kann ein BHKW auch für Ein- und Mehr­fa­mi­lien­häu­ser so­wie Rei­hen­haus-Zei­len wirt­schaft­lich sein, zum Bei­spiel dann, wenn die Warm­was­ser­be­rei­tung zen­tral über ei­nen Spei­cher er­folgt.

Planung der richtigen Leistungsgröße

Ob ein BHKW für Ihr Pro­jekt wirt­schaft­lich Sinn macht und die ge­wünsch­ten Ein­spa­run­gen er­reicht wer­den kön­nen, ist vor­ab über ei­ne sorg­fäl­ti­ge und ge­naue Pla­nung und Di­men­si­o­nie­rung der KWK-An­la­ge si­cher­zu­stel­len. Im Mit­tel­punkt der Pla­nung steht die Er­mitt­lung der rich­ti­gen Leis­tungs­grö­ße. In­ne­rhalb der Pla­nung wird auch ei­ne Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nung durch­ge­führt, bei der fol­gen­de Din­ge be­ach­tet wer­den soll­ten:

  • Leis­tungs­be­darf und da­mit ver­bun­de­ne An­schaf­fungs­kos­ten der KWK-An­la­ge, die Kos­ten zu­sätz­li­cher Kom­po­nen­ten so­wie die War­tungs­kos­ten
  • KWK-Förderung
  • Er­lö­se aus der Strom­er­zeu­gung
  • Rück­er­stat­tung der Ener­gie­steuer
  • EEG-Um­la­ge auf ei­gen­er­zeug­te Strom­men­gen

Bei der Pro­jekt­ent­wick­lung, -pla­nung und -um­set­zung kön­nen oft­mals Ener­gie­ver­sor­ger zu Ra­te ge­zo­gen wer­den, die auch mit Con­trac­ting-An­ge­bo­ten un­ter­stüt­zen.

Förderungen für das BHKW

Wer Wär­me und Strom selbst er­zeugt, ver­mei­det CO2 und spart Ener­gie. Des­halb för­dern Bund, Län­der und zum Teil auch Ener­gie­ver­sor­ger die In­ves­ti­tion in die de­zen­tra­le Ener­gie­er­zeu­gung mit­tels BHKW. Ziel ist die Er­hö­hung der Net­to­strom­er­zeu­gung aus Kraft-Wär­me-Kopp­lungs­an­la­gen auf 120 TWh bis zum Jahr 2025. Das wich­tigs­te För­der­ins­tru­ment hier­für ist das Kraft-Wär­me-Kopp­lungs­ge­setz 2020 (KWKG 2020), dem Ge­setz für die Er­hal­tung, die Mo­der­ni­sie­rung und den Aus­bau der Kraft-Wär­me-Kopp­lung.

 

Das KWKG gilt seit 2020 für In­be­trieb­nah­men von KWK-An­la­gen bis zum 31. De­zem­ber 2026. Die Ver­län­ge­rung bis zum 31. De­zem­ber 2029 be­darf noch der bei­hil­fe­recht­li­chen Ge­neh­mi­gung der EU-Kom­mis­sion. Vo­raus­set­zung für den An­spruch auf Zah­lung des Zu­schlags, der durch den zu­stän­di­gen Strom­netz­be­trei­ber aus­ge­zahlt wird, ist die Zu­las­sung der KWK-An­la­ge durch das BAFA.

Alle Informationen dazu stellt Ihnen das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bereit, über das Sie auch die Förderung beantragen können.

Kombinierbarkeit mit weiteren Förderprogrammen

In der neu­en Bun­des­för­de­rung für ef­fi­zien­te Ge­bäu­de (BEG) wer­den so­wohl Ein­zel­maß­nah­men al­s auch der Bau bzw. die Sa­nie­rung auf ein KfW-Ef­fi­zienz­haus ge­för­dert.

Nach der För­der­richt­li­nie für Ein­zel­maß­nah­men (BEG EM) kön­nen Bio­mas­se­an­la­gen zur kom­bi­nier­ten Strom- und Wär­me­er­zeu­gung von bei­den För­der­pro­gram­men pro­fi­tie­ren. In die­sen Fäl­len wird im Rah­men ei­ner Be­an­tra­gung ei­ner För­de­rung nach dem KWKG bzw. der KWKAusVO ei­ne Er­klä­rung über die be­reits er­hal­te­ne in­ves­ti­ve För­de­rung ab­zu­ge­ben sein. Durch die Ku­mu­lie­rung darf die För­der­quo­te 60 Pro­zent nicht über­stei­gen.

Ei­ne Dop­pel­för­de­rung ist auch im Fall der Er­rich­tung und ener­ge­ti­schen Sa­nie­rung von Nicht­wohn- und Wohn­ge­bäu­den nach KfW-Ef­fi­zienz­haus­stan­dard (BEG NWG und WG) mög­lich.

Pflichten für Netzbetreibende und KWK-Anlagen-Betreibende

Netz­be­trei­ben­de müs­sen laut KWKG – un­ab­hän­gig von der Pflicht zur Zah­lung von Zu­schlä­gen (bis 100 kWel) – hoch­ef­fi­zien­te KWK-An­la­gen an ihr Netz an­schlie­ßen und den in die­sen An­la­gen er­zeug­ten KWK-Strom ab­neh­men, über­tra­gen und ver­tei­len.

Be­trei­ben­de von KWK-An­la­gen müs­sen

  • ab ei­ner KWK-Leis­tung von mehr 100 kWel den er­zeug­ten KWK-Strom di­rekt ver­mark­ten oder selbst ver­brau­chen
  • bei ei­ner elek­tri­schen Leis­tung von bis zu 100 kWel den er­zeug­ten KWK-Strom di­rekt ver­mark­ten, selbst ver­brau­chen oder vom Netz­be­trei­benden die kaufmännische Ab­nahme ihres er­zeug­ten KWK-Stroms ver­lan­gen

Der An­spruch auf kauf­män­ni­sche Ab­nah­me des KWK-Stroms aus KWK-An­la­gen mit ei­ner elek­tri­schen KWK-Leis­tung von mehr als 50 Ki­lo­watt ent­fällt, wenn die/­der Netz­be­trei­ber:in nicht mehr zur Zu­schlags­zah­lung ver­pflich­tet ist. Netz­be­trei­ber:in­nen kön­nen den kauf­män­nisch ab­ge­nom­me­nen KWK-Strom ver­kau­fen oder zur De­ckung ihres ei­ge­nen Strom­be­darfs ver­wen­den.

Für den kauf­män­nisch ab­ge­nom­me­nen KWK-Strom (bis 100 kWel) ist zu­sätz­lich zu Zu­schlags­zah­lun­gen der üb­li­che Preis zu ent­rich­ten. Der üb­li­che Preis ist der durch­schnitt­li­che Preis für Grund­last­strom an der Strom­bör­se European Energy Exchange (EEX) in Leip­zig im je­weils vo­ran­ge­gan­ge­nen Quar­tal.

Bei klei­nen BHKW (eben­falls bis 100 kWel) wird auch für den ei­gen­ver­brauch­ten Strom ein (ge­rin­ge­rer) KWK-Zu­schlag ge­zahlt.

Ei­ne Ver­gü­tung der ver­mie­de­nen Netz­nut­zungs­ent­gel­te (vNNE) für de­zen­tra­le Netz­ein­spei­sun­gen re­gelt die Strom­netz­ent­gelt­ver­ord­nung (§ 18 StromNEV). Die­ses Ent­gelt wird noch für neue KWK-An­la­gen mit In­be­trieb­nah­me bis zum 31.12.2022 ge­zahlt. In der Fol­ge des Netz­ent­gelt­mo­der­ni­sie­rungs­ge­set­zes (NEMoG) wur­den die ver­mie­de­nen Netz­ent­gel­te für vo­la­ti­le Ein­spei­ser schritt­wei­se ab­ge­schafft. Seit dem 1. Ja­nu­ar 2020 wer­den kei­ne ver­mie­de­nen Netz­ent­gel­te für oder an vo­la­ti­le Ein­spei­ser aus­ge­zahlt.

Expertenthema

KWK-Zuschlagszahlungen

Für die Er­zeu­gung von KWK-Strom er­hal­ten An­la­gen­be­trei­ben­de ei­nen KWK-Zu­schlag. Die Hö­he der Zu­schlags­zah­lun­gen hängt zum ei­nen von der Leis­tung der An­la­ge und zum an­de­ren da­von ab, ob der Strom selbst ge­nutzt oder ein­ge­speist wird. Mit dem neuen KWK-Ge­setz 2020 wur­den die Zu­schlags­sät­ze für An­la­gen bis 50 kWel ver­dop­pelt, im Ge­gen­zug aber die Dauer der Zu­schlags­zah­lun­gen von 60.000 auf 30.000 Voll­be­nut­zungs­stun­den hal­biert. Die An­zahl der zu­schlags­be­rech­tig­ten Voll­be­nut­zungs­stun­den, die im Jahr ab­ge­rech­net wer­den kön­nen, wer­den ab dem Ka­len­der­jahr 2021 be­grenzt und al­le zwei Jah­re, bis 2025, suk­zes­si­ve ab­ge­senkt (5.000 VBH ab 2021, 4.000 VBH ab 2023, 3,500 VBH ab 2025).

Erstattung der Energiesteuer für KWK-Anlagen

Das Ener­gie­steu­er­ge­setz (EnergieStG) hält spe­zi­el­le steu­er­li­che Aus­nah­me­re­ge­lun­gen be­reit, die zu ei­ner Be­frei­ung oder zu ei­ner Ent­las­tung von der Ener­gie­steuer füh­ren. Für in An­la­gen zur ge­kop­pel­ten Er­zeu­gung von Kraft und Wär­me ver­wen­de­te Ener­gie­er­zeug­nis­se kann so­wohl ei­ne voll­stän­di­ge als auch ei­ne teil­wei­se Steu­er­ent­las­tung ge­währt wer­den:

  • Ei­ne teil­wei­se Steu­er­ent­las­tung nach § 53a Abs. 1 oder Abs. 4 EnergieStG wird dann ge­währt, wenn die KWK-An­la­ge sich nicht mehr im ab­schrei­be­fä­hi­gen Zeit­raum be­fin­det oder nicht mehr hoch­ef­fi­zient ist.
  • Ei­ne voll­stän­di­ge Steu­er­ent­las­tung nach § 53a Abs. 6 EnergieStG kann ge­währt wer­den, wenn die KWK-An­la­ge hoch­ef­fi­zient ist und sich im ab­schrei­be­fä­hi­gen Zeit­raum (10 Jah­re) be­fin­det.

Für das ver­brauch­te Erd­gas bzw. grü­ne Gas der KWK-Ein­heit kann so beim zu­stän­di­gen Haupt­zoll­amt ein An­trag auf Steu­er­ent­las­tung ge­stellt wer­den. Vo­raus­set­zung nach dem Ener­gie­steu­er­ge­setz (EnergieStG) ist, dass das BHKW min­des­tens 70 Pro­zent der ein­ge­setz­ten Ener­gie in Strom und Wär­me um­wan­delt.

Der Marktpreis macht den Unterschied

Wie kann der Strom wirt­schaft­lich ge­nutzt wer­den? Ein­spei­sen? Selbst ver­brau­chen? Bei­des? Das hängt von den Strom­markt­prei­sen ab. Aus­schlag­ge­bend ist letzt­lich die va­ri­a­ble Ver­gü­tung durch den Netz­be­trei­ber.

Zu­nächst müs­sen Sie für die In­be­trieb­nah­me ei­ner KWK-An­la­ge bei Ihrem Strom-Netz­be­trei­ber eine Frei­ga­be (An­trag für ei­nen Netz­an­schluss (ANA) und den Be­trieb ei­ner Ei­gen­er­zeu­gungs­an­la­ge) be­an­tra­gen. Wur­de die­se er­teilt, kön­nen Sie selbst Strom er­zeu­gen, den Sie dann nicht mehr über Ihren Strom­ver­sor­ger be­zie­hen und be­zah­len müs­sen. Zu­dem kön­nen Sie Strom ins Netz ein­spei­sen, den Sie sich ver­gü­ten las­sen kön­nen. Falls kein ge­son­der­ter Preis mit dem Netz­be­trei­ber ver­han­delt wur­de, gilt der "üb­li­che Preis". Als "üb­li­chen Preis" be­zeich­net man den an der Leip­zi­ger Strom­bör­se EEX er­ziel­ten durch­schnitt­li­chen Preis des Baseload-Stroms des ver­gan­ge­nen Quar­tals.

Der KWK-In­dex (üb­li­che Preis) be­trug für das 2. Quar­tal 2022 18,7 Cent/kWh und stieg im 3. Quar­tal 2022 auf 37,6 Cent/kWh an. Für ei­ne Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nung ist es sinn­voll, sich an den Quar­tals­prei­sen ei­nes län­ge­ren Zeit­raums zu orien­tie­ren, um ei­ne Über- oder Un­ter­be­wer­tung zu ver­mei­den. Hier­zu kön­nen Sie den KWK-Index als Excel-Lis­te der EEX nut­zen. Die letz­ten sechs Quar­ta­le wie­sen als Durch­schnitts­wert für den Baseload-Preis ei­ne Hö­he von 18,06 Cent/kWh auf.

Da ein BHKW de­zen­tral Strom be­reit­stellt, wer­den auf­sei­ten des zu­stän­di­gen Netz­be­trei­bers Netz­kos­ten ver­mie­den, die dem Be­trei­ber des BHKW ver­gü­tet wer­den (Span­ne von 0,5 bis 1,5 Cent/kWh). Ver­mie­de­ne Netz­ent­gel­te wer­den de­zen­tra­len Er­zeu­gern ge­zahlt, die un­ter­halb der Höchst­span­nungs­ebe­ne (220/380 kV) Strom in das Netz der all­ge­mei­nen Ver­sor­gung ein­spei­sen. Die ver­mie­de­nen Netz­nut­zungs­ent­gel­te sind ab­hän­gig von der Netz­ebe­ne, an die die KWK-An­la­ge an­ge­schlos­sen ist.

Die Be­rech­nung er­folgt für gro­ße BHKW ge­mäß der Strom­netz­ent­gelt­ver­ord­nung (StromNEV). Für klei­ne­re KWK-An­la­gen be­steht noch kei­ne fest­ge­setz­te Ver­gü­tung. Hier kann der BHKW-Be­trei­ber dem Netz­be­trei­ber die Netz­kos­ten in Rech­nung stel­len, die der zu­stän­di­ge Ver­sor­ger als vor­ge­la­ger­te Netz­kos­ten an­gibt.

Hin­weis: In der Fol­ge des Netz­ent­gelt­mo­der­ni­sie­rungs­ge­set­zes (NEMoG) wur­den die ver­mie­de­nen Netz­ent­gel­te für vo­la­ti­le Ein­spei­ser schritt­wei­se ab­ge­schafft. Seit dem 1. Ja­nu­ar 2020 wer­den kei­ne ver­mie­de­nen Netz­ent­gel­te für oder an vo­la­ti­le Ein­spei­ser aus­ge­zahlt. Der An­spruch auf ver­mie­de­ne Netz­ent­gel­te (vNE) ent­fällt laut Netz­ent­gelt­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz (NEMoG) ab 01.01.2023 für KWK-An­la­gen, die ab die­sem Da­tum in Be­trieb ge­nom­men wer­den oder in ei­ne nach­ge­la­ger­te Netz- oder Um­spann­ebe­ne wech­seln.

BHKW-Wirtschaftlichkeitsberechnung

Die Ver­gü­tung des ein­ge­speis­ten Stroms zu Markt­prei­sen liegt üb­li­cher­wei­se weit un­ter dem, was Sie selbst für den Strom­be­zug pro Ki­lo­watt­stun­de zah­len müs­sen. Ak­tu­ell lohnt es sich da­her zu­meist nicht, den Strom aus Kraft-Wär­me-Kopp­lung aus­schließ­lich für die Ein­spei­sung zu er­zeu­gen. Die Ein­spei­sung lohnt sich je­doch im­mer dann, wenn mehr Strom er­zeugt als be­nö­tigt wird, bei­spiels­wei­se im Win­ter. Die Ei­gen­nut­zung birgt, auch mit Blick auf den Ener­gie­aus­weis, vie­le Vor­tei­le. Vor al­lem Mo­der­ni­sie­ren­de kön­nen mit selbst er­zeug­tem Strom spa­ren. Die ASUE bie­tet ver­schie­de­ne Tools zur Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nung an.

Expertenthema

Das fol­gen­de ver­ein­fach­te Re­chen­bei­spiel (Stand: 2. Quar­tal 2022) zeigt, dass Sie bei der ak­tu­el­len Ge­set­zes­la­ge mit der Ei­gen­nut­zung des selbst er­zeug­ten Stroms we­sent­lich güns­ti­ger fah­ren als mit ei­ner Ein­spei­sung ins Strom­netz.

  Einspeisung Eigennutzung
Ø Baseload (Q2 2021–Q3 2022) 18,06 Cent/kWh
KWK-Zuschlag bis zu 50 kW bei (Wieder-)Aufnahme des Dauerbetriebs ab 01.01.2020 16,00 Cent kWh 8,00 Cent kWh
Vermiedene Netzentgelte für nicht-volatile Einspeiser (Durchschnitt 2018) 0,8 Cent/kWh
Durchschnittliche Netzkosten 0,8 Cent/kWh
Strombezugskosten (Ø 2021) 32,14 Cent/kWh
Ersparnis 35,66 Cent/kWh 40,14 Cent/kWh

BHKW mit Biomasse

Vergütung über EEG möglich

Ei­ne Ver­gü­tung nach §§ 42 bis 44 EEG ist mög­lich, wenn das BHKW mit Bio­mas­se – vor al­lem Bio­methan-BHKW mit bi­lan­zi­el­lem, zu Bio­methan auf­be­rei­te­tem und ein­ge­speis­tem Bio­gas – im Sin­ne der Bio­mas­se­ver­ord­nung be­trie­ben wird. Es gilt zu ent­schei­den, ob ei­ne Ver­gü­tung über das KWK-G oder das EEG die je­weils sinn­vol­le­re Op­ti­on dar­stellt - ei­ne Ein­zel­fall­prü­fung ist da­her stets rat­sam. Über das EEG er­hält der Be­trei­ben­de dann ei­ne et­was hö­he­re Ver­gü­tung für je­de ein­ge­speis­te Ki­lo­watt­stun­de:

  • bis ein­schließ­lich ei­ner Be­mes­sungs­leis­tung von 150 Ki­lo­watt (Strom aus Bio­mas­se) 12,8 Cent pro Ki­lo­watt­stun­de
  • bis ein­schließ­lich ei­ner Be­mes­sungs­leis­tung von 500 Ki­lo­watt (Strom aus Bio­gas, das durch anaerobe Ver­gä­rung von Bio­mas­se mit ei­nem An­teil von ge­trennt er­fass­ten Bio­ab­fäl­len ge­won­nen wird) 14,3 Cent pro Ki­lo­watt­stun­de
  • bis ein­schließ­lich ei­ner Be­mes­sungs­leis­tung von 20 Me­ga­watt (Strom aus Bio­gas, das durch anaerobe Ver­gä­rung von Bio­mas­se mit ei­nem An­teil von ge­trennt er­fass­ten Bio­ab­fäl­len ge­won­nen wird) 12,54 Cent pro Ki­lo­watt­stun­de
  • für Strom aus Bio­gas, das durch anaerobe Ver­gä­rung von Bio­mas­se ge­won­nen wird, be­trägt der an­zu­le­gen­de Wert 22,23 Cent pro Ki­lo­watt­stun­de, wenn der Strom am Stand­ort der Bio­gas­er­zeu­gungs­an­la­ge er­zeugt wird, die in­stal­lier­te Leis­tung am Stand­ort der Bio­gas­er­zeu­gungs­an­la­ge ins­ge­samt bis zu 150 Ki­lo­watt be­trägt und zur Er­zeu­gung des Bio­ga­ses in dem je­wei­li­gen Ka­len­der­jahr durch­schnitt­lich ein An­teil von Gül­le mit Aus­nah­me von Ge­flü­gel­mist und Ge­flü­gel­tro­cken­kot von min­des­tens 80 Mas­se­pro­zent ein­ge­setzt wird

Die an­zu­le­gen­den Wer­te nach den §§ 42 bis 44 ver­rin­gern sich erst­mals ab dem 1. Juli 2022 und so­dann jähr­lich ab dem 1. Juli ei­nes Ka­len­der­jah­res für die nach die­sem Zeit­punkt in Be­trieb ge­nom­me­nen An­la­gen um 0,5 Pro­zent ge­gen­über den in dem je­weils vo­ran­ge­gan­ge­nen Zeit­raum gel­ten­den an­zu­le­gen­den Wer­ten und wer­den auf zwei Stel­len nach dem Kom­ma ge­run­det. Für die Be­rech­nung der Hö­he der an­zu­le­gen­den Wer­te auf­grund ei­ner er­neu­ten An­pas­sung nach Satz 1 sind die un­ge­run­de­ten Wer­te zu­grun­de zu le­gen.

Expertenthema

EEG-Rabatt für Eigenstrom

Aus hocheffizienten KWK-Anlagen

Seit An­fang des Jah­res 2018 muss­ten An­la­gen­be­trei­ben­de von KWK-An­la­gen mit In­be­trieb­nah­me nach dem 1. August 2014 zu­nächst die vol­le EEG-Um­la­ge auf ei­gen­ver­brauch­te Strom­men­gen zah­len. Mit in Kraft tre­ten des Ener­gie­sam­mel­ge­set­zes (EnSaG), das auch rück­wir­kend zum 1. Januar 2018 gilt, gel­ten fol­gen­de Re­ge­lun­gen:

  • KWK-Neu­an­la­gen (In­be­trieb­nah­me seit August 2014) mit ei­ner Grö­ße bis zu 1 MWel so­wie über 10 MWel zah­len nur 40 Pro­zent der EEG-Um­la­ge auf ei­gen­ver­brauch­te Strom­men­gen, wenn sie hoch­ef­fi­zient im Sin­ne des EU-Hoch­ef­fi­zienz­kri­te­ri­ums sind und der Jah­res­nut­zungs­grad über 70 Pro­zent liegt. KWK-Neu­an­la­gen mit In­be­trieb­nah­me ab 2018 mit ei­ner Grö­ße bis zu 1 MWel so­wie über 10 MWel zah­len wei­ter­hin 40 Pro­zent der EEG-Um­la­ge, wenn sie mit gas­för­mi­gen Brenn­stof­fen be­trie­ben wer­den, al­so z. B. kei­ne Heiz­öl-BHKWs.
  • KWK-Neu­an­la­gen in der strom­in­ten­si­ven In­dus­trie zah­len 40 Pro­zent EEG-Um­la­ge auf Ei­gen­ver­brauch.
  • Für KWK-Neu­an­la­gen zwi­schen 1 und 10 MWel bleibt es bei 40 Proz­ent der EEG-Um­la­ge, so­fern die An­la­gen hoch­ef­fi­zient im Sin­ne des EU-Hoch­ef­fi­zienz­kri­te­ri­ums sind, der Jah­res­nut­zungs­grad über 70 Pro­zent liegt, gas­för­mi­ge Brenn­stof­fe ein­ge­setzt wer­den und die An­la­gen we­ni­ger als 3.500 Voll­be­nut­zungs­stun­den im Jahr lau­fen. Bei An­la­gen mit hö­he­rer Aus­las­tung steigt die durch­schnitt­li­che Um­la­ge kon­ti­nu­ier­lich an, bis die­se bei 7.000 Voll­be­nut­zungs­stun­den das Ma­xi­mum mit 100 Pro­zent er­reicht. Ei­ne An­la­ge mit 7.000 Voll­be­nut­zungs­stun­den oder mehr er­hält al­so in Sum­me kei­ne Er­leich­te­rung bei der EEG-Um­la­ge.

Anbieter von Blockheizkraftwerken

Nam­haf­te Ge­rä­te­her­stel­ler ha­ben KWK-An­la­gen in ver­schie­de­nen Leis­tungs­klas­sen und für viel­fäl­ti­ge An­wen­dun­gen im An­ge­bot.

Wie funktioniert KWK?

Mit­tels Kraft-Wär­me-Kopp­lung mit Erd­gas als An­triebs­ener­gie ent­steht da­bei um­welt­scho­nend und wirt­schaft­lich Strom und gleich­zei­tig Wär­me.

Expertenthema