Das Gas-Netz

Sichere Infrastruktur

Das vorhandene Gas-Netz mit einer Länge von über 540.000 km für Erzeugung, Transport, Verteilung und Speicherung ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für Deutschland und essentieller Bestandteil der Energiewende. Es trägt zur Versorgungssicherheit und Systemstabilität in Deutschland und Europa bei. Das Speichervermögen der deutschen Gas-Infrastruktur übersteigt deutlich Speicherkapazität der vorhandenen Stromspeicher: 6.000-mal mehr Energie kann die Gas-Infrastruktur speichern.
 

Gas-Transport über Fernleitungs- und Verteilnetz

Damit in Deutschland ausreichend Erdgas zur Verfügung gestellt werden kann, wird es von internationalen Quellen bis zum regionalen Verbrauchsort transportiert. Hierzu betreiben die 16 Fernleitungsnetzbetreiber ein etwa 40.000 km langes Fernleitungsnetz, um den überregionalen und grenzüberschreitenden Gas-Transport zu gewährleisten. Darüber hinaus hat Deutschland mit knapp 700 regionalen Verteilernetzbetreibern für Gas die komplexeste Struktur in Europa. Über die Verteilnetze – den größten Teil des Gas-Netzes – verteilen die Netzbetreiber das Gas weiter.

Gehandelt werden die Gas-Mengen am deutschen Gas-Transportmarkt, dessen Rahmenbedingungen sich in den letzten Jahren vor allem bedingt durch ordnungspolitische Maßnahmen gewandelt haben. Die Fernleitungsnetze und nachgelagerten Verteilnetze haben sich virtuell zu zwei Marktgebieten – also einzelnen Bilanzierungszonen – zusammengeschlossen, um den Handel zu vereinfachen. Das ermöglicht, dass Transportkunden innerhalb eines Marktgebietes flexibel Ein- und Ausspeiseverträge abschließen und die entsprechend gebuchten Kapazitäten nutzen können.

Gas-Speicher

Die Erdgasspeicher sind wesentlicher Bestandteil des deutschen Gas-Versorgungssystems und einer unabhängigen Energieversorgung im europäischen Verbund. Sie sorgen für Ausgleich und Abdeckung saisonal bedingter Verbrauchsschwankungen, da sie tages- und jahreszeitliche Verbrauchsspitzen ausgleichen können. Neben den Verlagerungsmengen von Gas-Transporten in den verbrauchsschwachen Sommermonaten zur optimalen Bewirtschaftung der Transportinfrastruktur leisten die Speicher die Vorhaltung von Spitzen-Gas-Mengen. So kann sichergestellt werden, dass es auch in langen Wintern nicht zu Versorgungsengpässen kommt.

Die 47 deutschen Untertage-Gas-Speicher an den 33 Standorten können rund 24 Mrd. m3 Arbeitsgas aufnehmen – das entspricht etwa einem Viertel des deutschen Jahresverbrauchs. Die deutsche Gas-Wirtschaft verfügt damit über das größte Speichervolumen in der EU. Bei den Untertage-Gas-Speichern wird unterschieden zwischen Porenspeichern und Kavernenspeichern. Kavernen sind künstlich angelegte Hohlräume in Salzstöcken. Salz eignet sich besonders gut zur Speicherung von Erdgas, da es von Natur aus gasundurchlässig ist. Bei den Porenspeichern handelt es sich meist um ehemalige natürliche Lagerstätten, dessen poröses Gestein das Erdgas wie ein Schwamm aufsaugt und speichert.

Gas-Infrastruktur in Europa

Teil der europäischen Infrastruktur

Das deutsche Netz ist integraler Bestandteil des europäischen Erdgas-Verbundsystems mit zahlreichen Übergängen zu unseren Nachbarländern, vielfach mit der Möglichkeit, ein Reverse-Flow-Verfahren zu integrieren, das heißt, Erdgas sowohl in die eine als auch in die andere Richtung zu transportieren. Diese Struktur schafft Flexibilität und sichert so die außerordentlich hohe Zuverlässigkeit der deutschen Erdgas-Versorgung.

Investitionen in die Zukunft der Energieversorgung

Die deutsche Gas-Wirtschaft investierte 2019 ca. 1,4 Milliarden Euro u. a. in die Infrastruktur, Entwicklung innovativer Technologien sowie in eine hohe Versorgungszuverlässigkeit und -qualität – und somit in die Zukunft der Energieversorgung. Bis 2030 soll die Gas-Infrastruktur um mehr als 1.700 Kilometer wachsen. Dafür wollen die Fernleitungsnetzbetreiber rund 8,5 Milliarden Euro investieren. Darin sind auch Investitionen für die Deckung der Wasserstoffbedarfe enthalten.

Die deutsche Gaswirtschaft unterstützt die klimapolitischen Ziele der Europäischen Union und investiert seit Jahrzehnten kontinuierlich in Maßnahmen zur Reduktion von Methanemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und konnte die Methanemissionen im Zeitraum von 1990 bis 2018 bereits um 40 Prozent verringern. Während Methan-Emissionen früher oft durch Undichtigkeiten und Wartungsarbeiten bei den damals gebräuchlichen Gussrohren entstanden, hat sich dieses Problem durch die großflächige Umstellung auf Stahl- und Kunststoffrohre in der Verteilung beinahe erübrigt.

So hat sich die Zahl meldepflichtiger Ereignisse in Form von ungewollten Gasfreisetzungen an allen Gasleitungen in den letzten zwei Jahrzehnten um den Faktor zehn verringert. Unter anderem durch diese Fortschritte liegt der Anteil von Methan-Emissionen in CO2-Äquivalenten am deutschen Treibhausgasausstoß seit 2010 auf einem sehr niedrigen Niveau von knapp 6 Prozent. Die gesamten Methan-Emissionen wurden laut Umweltbundesamt hierzulande zwischen 1990 und 2018 um ca. 57 Prozent reduziert.

Die frühzeitige Erkennung und Reparatur von Erdgas-Leckagen wird weiterhin ein wichtiger Ansatz für die Reduktion von Methan-Emissionen sein. Dafür setzt sich die deutsche Gaswirtschaft in gemeinsamen Initiativen, mit individuellen Unternehmensmaßnahmen und Forschungsprojekten oder auch mit der Unterstützung von innovativen Projekten zur Leckagenortung ein.

Netzentwicklungsplan Gas

Die Fernleitungsnetzbetreiber sorgen für den sicheren, bedarfsgerechten und zuverlässigen Gas-Transport und entwickeln in enger Abstimmung mit dem der Bundesnetzagentur und in Konsultation mit den Marktteilnehmern seit 2012 alle zwei Jahre einen Netzentwicklungsplan (NEP) Gas für die Dauer von 10 Jahren. Damit sollen die Ziele der Energiewende, der Ausbau der Erneuerbaren Energien, der Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 und der Braunkohle bis spätestens 2038 sowie das Zusammenwachsen der Sektoren Wärme, Strom und Mobilität unterstützt und bezahlbar gemacht werden. Der NEP Gas 2020–2030 enthält 175 Maßnahmen zum Ausbau der nationalen Gas-Infrastruktur. Es wird in 1.620 km Leitungsneubau und in den Neubau/die Erweiterung von Verdichtern mit einer Leistungserhöhung von 405 MW investiert. Dafür wollen die Fernleitungsnetzbetreiber rund 8,5 Milliarden Euro investieren. Darin sind auch Investitionen für die Deckung des Wasserstoffbedarfs enthalten.

Aktuell wird der Szenariorahmen zum Netzentwicklungsplan Gas 2022–2032 entwickelt, indem der stark steigende Bedarf an Wasserstoff und grünem Gas aufgegriffen wird.

Expertenthema

Wasserstoff-Netz

Wie lässt sich Wasserstoff speichern und zu den Verbrauchern transportieren? Die Gas-Infrastruktur steht für effiziente Lösungen bereit.

Power-to-Gas macht Strom in großen Mengen speicherbar

Power-to-Gas

Durch die Systemlösung Power-to-Gas kann überschüssigen Strom aus Erneuerbaren Energien in grünen Wasserstoff und synthetisches Gas umgewandelt werden.

Energiesystem

Die Zukunft liegt im Gas-Netz. Es ist das verbindende Element, um regenerative Energien zu speichern, zu transportieren und zu verteilen.

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