Erdgas

Vielseitig, klimaschonend, fast überall verfügbar

Seit den 60er-Jah­ren hei­zen die Deut­schen mit Erd­gas: Da­mals lös­te der Ener­gie­trä­ger das bis da­hin ge­nutz­te Stadt­gas ab, das über­wie­gend aus der Ver­feu­e­rung von Koh­le ge­won­nen wur­de. Schon da­mals be­deu­te­te Erd­gas ei­ne deut­li­che Ver­bes­se­rung des Kli­mas: Sei­ne Nut­zung war mit we­ni­ger CO2-Emis­si­o­nen und vor al­lem mit we­ni­ger Aus­stoß von Stick­oxi­den und Fein­staub ver­bun­den. Das Bin­nen­kli­ma in den Städ­ten ver­bes­ser­te sich da­durch er­heb­lich.

Vielseitige Energie mit geringen Emissionen

Un­ter den fos­si­len Ener­gie­trä­gern ist Erd­gas der emis­si­ons­ärms­te und er­zeugt we­ni­ger CO2 als Koh­le oder Heiz­öl. Auch ein CNG-Fahr­zeug, das mit Erd­gas be­trie­ben wird, stößt we­ni­ger Treib­haus­ga­se aus als ein Au­to mit Ben­zin oder Die­sel im Tank. Un­ter an­de­rem des­halb hat der Ener­gie­trä­ger ei­ne bei­spiel­lo­se Er­folgs­ge­schich­te ge­schrie­ben. Die nun un­ter dem Vor­zei­chen der Kli­ma­neu­tra­li­tät wei­ter­ge­schrie­ben wird.

Heu­te ist Erd­gas ein zen­tra­ler Be­stand­teil der Ener­gie­ver­sor­gung: Un­ter an­de­rem wird je­der zwei­te Haus­halt in Deutsch­land mit Erd­gas be­heizt.

So heizt Deutschland: Anteil der Energieträger im Wärmemarkt

 

Für die gro­ße Be­deu­tung von Erd­gas und für sei­ne Markt­re­le­vanz gibt es ei­ne Rei­he von Grün­den. Die wich­tigs­ten:

  • Erd­gas schont das Kli­ma deut­lich mehr als an­de­re fos­si­le Ener­gie­trä­ger wie z. B. Koh­le oder Öl.
  • Bei der Ver­bren­nung von Erd­gas wird so gut wie kein Fein­staub und auch kein Stick­oxid er­zeugt. Des­halb lässt sich Erd­gas auch in Bal­lungs­ge­bie­ten nut­zen.
  • Erd­gas ist viel­sei­tig ver­wend­bar: nicht nur zum Hei­zen, son­dern auch als Kraft­stoff in Gas-Fahr­zeu­gen oder zur Strom­er­zeu­gung in Gas-Kraft­wer­ken und KWK-An­la­gen. Auch zum Ko­chen lässt es sich nut­zen. Und Erd­gas lie­fert die Ba­sis für zahl­rei­che Pro­zes­se in der In­dus­trie.
  • Über das mehr als 540.000 Ki­lo­me­ter lange Gas-Netz ist der Ener­gie­trä­ger fast über­all ver­füg­bar. Das macht Erd­gas zu ei­ner be­son­ders kom­for­tab­len Ener­gie.
Gasmagazin von Zukunft Gas

Neue Ausgabe vom Gasmagazin

Die Ti­tel­ge­schich­te wid­met sich in die­ser Aus­ga­be der In­dus­trie: Denn Sie ist in Deutsch­land der Haupt­ab­neh­mer von Gas. Das The­ma be­trifft auch die Po­li­tik, wes­halb wir mit MdB Timon Gremmels (SPD) eben­falls über die Erd­gas­ver­sor­gung der In­dus­trie so­wie die Di­ver­si­fi­ka­ti­on der Gas­be­zugs­quel­len ge­spro­chen ha­ben. Für letz­te­res spielt auch der Auf­bau ei­ner LNG-In­fra­struk­tur ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Da­her bli­cken wir in der Re­por­ta­ge auf die LNG-Vor­ha­ben an den deut­schen Küs­ten. Mit Kirsten Westphal bli­cken wir auch in die Zu­kunft und stel­len die Fra­ge: Wel­che neu­en in­ter­na­ti­o­na­len Ener­gie­part­ner­schaf­ten brau­chen wir, da­mit wir künf­tig Was­ser­stoff im­por­tie­ren kön­nen?

Wärme mit Gas

Sau­ber, ef­fi­zient und si­cher: Wär­me und Warm­was­ser mit Gas.

Mobil mit Gas

Kli­ma­scho­nen­de Mo­bi­li­tät in der Stadt und auf lan­gen Stre­cken.

Strom aus Gas

Gas-Kraft­wer­ke: für ei­ne emis­si­ons­ar­me und si­che­re Strom­er­zeu­gung.

Erd­gas weist auch un­ter der Be­trach­tung der Emis­si­o­nen, die bei För­de­rung und Trans­port ent­ste­hen, ge­gen­über Stein- und Braun­koh­le deut­li­che Kli­ma­vor­tei­le zwi­schen 41–44 Pro­zent auf. Im Ver­gleich zu ei­nem al­ten Öl­kes­sel re­du­ziert ein mo­der­nes Gas­ge­rät den CO2-Aus­stoß um bis zu 40 Pro­zent. So­mit spart Gas so­fort CO2 ein: so­wohl bei der Strom­er­zeu­gung als auch beim Be­hei­zen von Wohn­ge­bäu­den.

Mehr als ein Vier­tel der in Deutsch­land ver­brauch­ten Pri­mär­ener­gie wird mit Erd­gas er­zeugt. Der An­teil von Erd­gas am deut­schen Pri­mär­ener­gie­ver­brauch ist im Jahr 2021 er­neut leicht ge­stie­gen und be­trägt knapp 27 Pro­zent. Erd­gas ist al­so ein zen­tra­ler Bau­stein im deut­schen Ener­gie­mix.

Die Gas­bran­che setzt sich welt­weit nach­drück­lich für ei­ne Sen­kung der Me­than­emis­si­o­nen ein. Durch For­schung und in­no­va­ti­ve Tech­no­lo­gien kön­nen die Emis­si­o­nen im­mer wei­ter ge­senkt wer­den. Seit 1990 sind die Me­than­emis­si­o­nen der deut­schen Gas-In­dus­trie um 40 Pro­zent ge­sun­ken. Im Jahr 2018 be­tru­gen die­se 4,8 Mio. t CO2-Äqui­va­len­te. Das sind in et­wa 9 Pro­zent des Ge­samt-Me­than­aus­sto­ßes in Deutsch­land. Die Land­wirt­schaft ist mit 61,8 Pro­zent der größ­te Ver­ur­sa­cher von Me­than­emis­si­o­nen, ge­folgt von der Ab­fall- und Ab­was­ser­wirt­schaft, die für rund 16,7 Pro­zent des Me­than­aus­sto­ßes in Deutsch­land ver­ant­wort­lich ist. Um die Kli­ma­wir­kung ver­schie­de­ner Treib­haus­ga­se zu ver­ein­heit­li­chen, wer­den die­se ent­spre­chend ihrem glo­ba­len Er­wär­mungs­po­ten­zi­al in CO2-Äqui­va­len­te um­ge­rech­net.

Klimaneutralität:

Grünes Gas ersetzt das Erdgas von heute

Lang­fris­tig wer­den die kli­ma­scho­nen­den Ei­gen­schaf­ten des Ener­gie­trä­gers al­ler­dings nicht mehr aus­rei­chen. Um flä­chen­de­ckend kli­ma­neu­tra­les Hei­zen und Woh­nen oder die Er­zeu­gung von grü­nem Stahl zu er­mög­li­chen, muss sich auch der Ener­gie­trä­ger wei­ter­ent­wi­ckeln und kli­ma­neu­tral wer­den. Die ers­ten Schrit­te auf dem Weg dort­hin hat die Gas-Wirt­schaft be­reits ge­macht:

  • Mit Bio­gas steht schon heu­te ei­ne kli­ma­neu­tra­le und er­neu­er­ba­re Gas-Art zur Ver­fü­gung.
  • Was­ser­stoff ist ein Gas, das ent­we­der mit grü­nem Strom kli­ma­neu­tral er­zeugt oder an­der­wei­tig de­kar­bo­ni­siert wer­den kann.
  • Syn­the­ti­sches Gas hat die­sel­ben gu­ten Ei­gen­schaf­ten wie klas­si­sches Erd­gas, ist aber kli­ma­neu­tral.

In den nächs­ten Jah­ren wer­den ent­schei­den­de Wei­chen ge­stellt, da­mit das be­währ­te kon­ven­ti­o­nel­le Erd­gas nach und nach durch sei­ne kli­ma­neu­tra­len Nach­fol­ger er­setzt wird. Da­mit kann Gas auch in Zu­kunft ei­ne ele­men­tar wich­ti­ge Rol­le spie­len, um un­ser Land zu­ver­läs­sig, preis­wert und mit so ge­rin­gen Kli­ma­fol­gen wie mög­lich zu ver­sor­gen.

Wasserstoff

Was­ser­stoff ist das ers­te Ele­ment im Pe­ri­o­den­sys­tem und ein Ener­gie­trä­ger mit Zu­kunft. Er kann hoch­fle­xi­bel ein­ge­setzt wer­den.

Strom speichern mit der Strom-zu-Gas-Technologie

Synthetisches Gas

Mit der Strom-zu-Gas-Tech­no­lo­gie kann über­schüs­si­ger Öko­strom ge­spei­chert und zur kli­ma­neu­tra­len Gas-Er­zeu­gung ge­nutzt wer­den.

Biogas

Als Unter­stüt­zung zur vo­la­ti­len Wind- und Son­nen­ener­gie si­chert die er­neu­er­ba­re Ener­gie Bio­gas zu­ver­läs­sig die Ener­gie­ver­sor­gung.

Anschluss an das Gas-Netz

Gas für Zuhause

Der Ener­gie­trä­ger Erd­gas hat vie­le Vor­tei­le: Er ist viel­sei­tig an­wend­bar, ver­brennt sau­ber und ist der um­welt­scho­nendste kon­ven­ti­o­nel­le Ener­gie­trä­ger. Durch die Bei­mi­schung von er­neu­er­ba­ren Gas wird der Ener­gie­trä­ger im­mer grü­ner. Wie be­kommt man An­schluss an das Gas-Netz?

Erdgas: die Basis einer zuverlässigen Energieversorgung

2021 wur­den ins­ge­samt 1.003 Mil­li­ar­den Ki­lo­watt­stun­den Erd­gas ab­ge­setzt, das wür­de um­ge­rech­net für 1.003 Mil­li­ar­den hei­ße Du­schen rei­chen. Der Erd­gas­ver­brauch stieg be­son­ders in der In­dus­trie und in der Wär­me­ver­sor­gung der Haus­hal­te. Durch ein Ab­flauen der Aus­wir­kun­gen durch die Co­ro­na-Pan­de­mie konn­te sich die Wirt­schaft er­ho­len und der Erd­gas­ver­brauch der In­dus­trie stieg um acht Pro­zent. Der kal­te Win­ter führ­te zu ei­nem An­stieg in der Wär­me­ver­sor­gung um sechs Pro­zent. Bei der Strom­er­zeu­gung gab es hin­ge­gen kaum Ver­än­de­run­gen.

Wäh­rend der An­teil in der ers­ten Hälf­te des Jah­res durch die wind­ar­men Mo­na­te stieg, fiel er durch den ho­hen Gas­preis in der zwei­ten Jah­res­hälf­te. Die In­dus­trie ist wei­ter­hin der größ­te Erd­gas­ab­neh­mer in Deutsch­land, da­rauf fol­gen die Haus­hal­te. Selbst im Ver­kehr, wo der Ab­satz nied­rig ist, wächst die Rol­le von gas­ba­sier­ten Kraft­stof­fen ste­tig, vor al­lem im Schwer­last­ver­kehr und in der Schiff­fahrt.

In­so­fern war 2021 auch ein gu­tes Jahr fürs Kli­ma, denn Erd­gas ist deut­lich kli­ma­scho­nen­der als Koh­le oder Öl, die es bei im­mer mehr An­wen­dun­gen er­setzt. Ins­ge­samt stell­te Erd­gas 2021 fast 27 Pro­zent der Ener­gie zur Ver­fü­gung, die in Deutsch­land ver­braucht wur­de. Ohne Erd­gas ist ei­ne zu­ver­läs­si­ge Ener­gie­ver­sor­gung der­zeit al­so noch nicht mög­lich.

Das be­le­gen auch die zahl­rei­chen ver­schie­de­nen Sek­to­ren, in de­nen Erd­gas nach wie vor an­ge­wen­det wird:

  • In der In­dus­trie ist Erd­gas ei­ner der wich­tigs­ten Ener­gie­trä­ger, zum Bei­spiel bei der Er­zeu­gung von Pro­zess­wär­me für die Her­stel­lung von Stahl. Die che­mi­sche In­dus­trie in Deutsch­land be­nö­tigt jähr­lich über ei­ne Mil­li­on Ton­nen Was­ser­stoff, die mit­tels Dampf­re­for­mie­rung aus Erd­gas ge­won­nen wer­den.
  • Im Wär­me­markt ist Erd­gas nach wie vor die be­deu­tends­te Grö­ße: 21 Mil­li­o­nen Haus­hal­te wer­den mit Erd­gas be­heizt. In vie­len Wohn­ge­bäu­den wird Erd­gas mit er­neu­er­ba­ren Ener­gien wie der So­lar­ther­mie kom­bi­niert.
  • Auch Fahr­zeu­ge las­sen sich mit kli­ma­scho­nen­dem Erd­gas an­trei­ben. Pkws, Nutz­fahr­zeu­ge und Bus­se nut­zen kom­pri­mier­tes Erd­gas (CNG), im­mer mehr Lkws im Schwer­last­ver­kehr fah­ren mit ver­flüs­sig­tem Erd­gas (LNG).
Expertenthema

Erdgas-Absatz nach Kundengruppen 2021 (in Mrd. kWh)

Die Industrie ist der größte Abnehmer von Erdgas, darauf folgen die Haushalte und der GHD-Sektor.

Zahlen, Daten und Fakten zu Erdgas in Deutschland

Erdgas in Deutschland: Zahlen und Fakten

Zahlen und Fakten zur Bedeutung des Energieträgers Erdgas haben wir Ihnen in einer eigenen Publikation kompakt zusammengestellt. Hier erfahren Sie alles zu Absatzzahlen, Marktentwicklung und Perspektiven für Erdgas.